Falko Maaß, der Vorsitzende des 1993 gegründeten Sportvereins, kann sich noch gut an die Anfänge auf dem Areal des ehemaligen GST-Schießsportvereins des Zementwerks erinnern. "Es hat zwei Jahre gedauert, bis wir so weit waren, um mit dem Training beginnen zu können", sagt er. Genehmigungen mussten beschafft, das Areal sicher und TÜV-gerecht hergerichtet werden. "Da ist man aber nie fertig, denn sowie sich Auflagen oder Sicherheitsansprüche vom Gesetzgeber ändern, müssen wir wieder nachbessern." Bilder belegen, dass da alle mit anpacken. Darum ist es eine sehr moderne Anlage unterhalb des Parkplatzes in der Heinitzstraße.
Im Landesarchiv recherchiert
"Wir haben in alten Dokumenten recherchiert und sind im Potsdamer Landesarchiv fündig geworden", berichtet Falko Maaß. Man habe nämlich wissen wollen, welche Traditionen es im Schießsport in Rüdersdorf gegeben habe. Vage Spuren von drei Schützenvereinen habe man dabei entdeckt. Und stellte fest, dass die Schützengesellschaft des damaligen Oberförsters Stahl, die ihren Sitz im damaligen Schützenhaus hatte, gut passen würde. "Daher haben wir deren Traditionen wieder aufgenommen, aber auch Neue ins Leben gerufen", erzählt Maaß. Dazu gehören "Rahmenprogramme" fürs Bergfest mit dem Salutböllern, das Ostereierschießen oder die Teilnahme am Weihnachtsmarkt in der Gemeinde. Bei allem gesellschaftlichen Engagement steht der Sport im Mittelpunkt des Vereinslebens. Vom 3. bis 6. Oktober nehmen Falko Maaß selbst, Markus Brandenburg und Matthias Schumann an den deutschen Meisterschaften im KK- und Luftpistolenschießen in Hannover teil.
Im Verein, einem von 19 im Kreisschützenverband Märkisch-Oderland, trainieren derzeit rund 150 Mitglieder, darunter 25 Kinder und Jugendliche. "Beim Nachwuchs ist die Nachfrage sehr groß, so dass wir zurzeit eine Warteliste haben", sagt Maaß. Das kommt sicherlich auch daher, dass einmal in der Woche für die Großen der Ganztagsschule dieser Sport angeboten wird. Kinder- und Jugendtrainerin ist Michaela Steffen. Selbst hat sie zu diesem Sport vor fünf Jahren gefunden und inzwischen ihren Trainerschein gemacht.
Neugierig schauen beim Tag der offenen Tür auch Achim und Hildegard Platen vorbei. Sie kennen die Anlage noch aus DDR-Zeiten, als hier die Gesellschaft für Sport und Technik ihren Schießstand hatte. Falko Maaß reicht ihnen einen vergilbten Ordner, in dem sie blättern können. Und tatsächlich finden sie Fotos, die sie in den 1970er-Jahren beim Training zeigen.
Für erwachsene Interessenten, bietet der Verein ein Schnuppertraining an – freitags ab 16 Uhr.