In dem Papier waren auch gleich konkrete Termine für mögliche Sperrungen genannt. Der erste wäre bereits am kommenden Wochenende gewesen, der nächste zum inzwischen abgesagten Fischerfest Mitte August und ein weiterer zu einem mit dem Kneipp- und Heimatverein abzusprechenden Wochenende.
So schnell schießen die Preußen dann aber doch nicht. Vorlagen von Fraktionen müssten erst einmal in die Stadtverordnetenversammlung und von dort in die Ausschüsse, machte Bürgermeister Horst Fittler (CDU/Bürger für Buckow) deutlich. "Das Thema ist wichtig", bestätigte er. Deshalb habe er sich mit der Amtsverwaltung bereits verständigt, dass geprüft werden solle, ob es für die Stadt möglich sei, dass an bestimmten Wochenenden Straßen gesperrt werden.
Die Einreicher sahen eine Verkehrsberuhigung in der Innenstadt geboten, weil touristische Ziele und Naherholungsgebiete gerade im Zuge der Corona-Pandemie enormen Zulauf bekommen hätten  – auch die eigene Stadt. Das sei einerseits sehr positiv und könne nachhaltig wirken, berge aber auch Probleme, da die vorhandene Infrastruktur an ihre Grenzen stoße. Die Rede war von einer "Überlastung" des Ortes durch den motorisierten Individualverkehr mit Autos, Motorrädern und Wohnmobilen. Zudem gebe es Probleme mit dem daraus entstehenden ruhenden Verkehr.
Wenn weniger Fahrzeuge durch die Stadt rollen, wird erwartet, dass es weniger gefährliche Situationen allein durch hohes Verkehrsaufkommen gibt und weniger Lärmbelastung vor allem durch Motorräder. Einheimische Gastronomen und touristische Leistungsanbieter sowie örtliche Kunst- und Kulturschaffende könnten von einer Beruhigung profitieren, die Flächen des Marktplatzes für touristische Angebote wie kleine Konzerte, Theater oder Verkauf von Kunsthandwerk nutzen. Die Befürworter erhoffen sich zudem eine Steigerung der Attraktivität des Kurortes und damit bessere Chancen zum Erlangen des Status eines Kneipp-Heilbades.

Parkplatz an Kirche in Buckow betroffen

Amtsdirektor Marco Böttche erinnerte daran, dass Sperrungen in Buckow schon einige Male praktiziert worden seien. Er wies darauf hin, dass in der Folge in der Schulstraße beidseitig Halteverbot ausgeschildert werden müsse, um dort den Zwei-Richtungs-Verkehr gewährleisten zu können. Zudem sei dann auch der Parkplatz an der Kirche gesperrt, merkte er an. Böttche zeigte sich indes pessimistisch, dass Antworten aus der Straßenverkehrsbehörde zeitnah vorliegen.
Klaus Müller, dessen SPD die Vorlage unterstützt, berichtete, dass auch der Kurortausschuss bereits diskutiert habe, ob bei bestimmten Aktivitäten im Bereich Markt auch Teile der Schulstraße mit genutzt werden können. Zudem wolle man testen, ob man den Durchgangsverkehr an Haupt-Wochenenden reduzieren könne. Kurort- und Bauausschuss sollen nach den Testzeiten eine Auswertung vornehmen und prüfen, ob es eine Verstetigung ab dem Jahr 2021 geben solle. Es gehe aber nicht um eine grundsätzliche Sperrung von Straßen, sondern nur zu bestimmten Terminen, stellte er klar. Es müsse nun geklärt werden, ob jedes Mal Einzelanträge erforderlich seien oder einer für mehrere Termine ausreiche.
Carolin Schönwald (Linke-Zukunft-Dialog) könnte sich sogar vorstellen, die in der Vorlage genannten Straßenzüge noch zu erweitern. Sie plädierte dafür, ­Buckow grundsätzlich autofreier zu bekommen.
Mit nur einer Enthaltung wurde der Prüfauftrag für die Verwaltung angeschoben.