Es sieht so aus, als wären die Anwohner der Berliner Chaussee, also des Teilstücks der Bundesstraße 1 direkt vor dem Müncheberger Ortseingang aus Richtung Hoppegarten/Lichtenow, mit ihrem Kampf um mehr Verkehrssicherheit vorerst abermals gescheitert. Auch im laufenden Widerspruchsverfahren zu einer ersten Entscheidung im Mai kam keine Einigung mit dem Straßenverkehrsamt als der unmittelbar zuständigen Fachbehörde für zusätzliche Maßnahmen zustande.

Anwohner sind enttäuscht

„Wir sind bitter enttäuscht“, fasste Hubertus Wenske, dem das von mehreren Mietparteien bewohnte Grundstück mit der Hausnummer 6 gehört, die Stimmung der Betroffenen zusammen. Auf die formelle Erteilung eines Bescheids zum seinerzeit eingelegten Widerspruch hat er inzwischen nach den vorläufigen Mitteilungen zum Sachstand, die auch die endgültigen wären, aus Gründen der Kostenersparnis verzichtet.

Schild wird nur minimal versetzt

Am 20. Mai war der Bescheid der Behörde ergangen, wonach das bestehende Tempo-70-Schild vor der Ampelkreuzung B1/B168 (Abzweig nach Innenstadt bzw. Eggersdorf) verrückt werden soll. Künftig gilt so auf 600 Meter vor dem Knotenpunkt die verringerte Geschwindigkeit. Davon würde aber nur das Grundstück mit der Hausnummer 3 profitieren. „Dem Antrag wurde nur zu 50 Prozent entsprochen“, da sich für die Nummer 4 bis 6 keine Veränderung ergebe, hatte Wenske seinen Widerspruch begründet.

Ortstermin ohne Einigung

Der Bitte um einen nochmaligen Ortstermin kam Uwe Wähner vom Straßenverkehrsamt zwar nach, eine Annäherung der beiden Positionen konnte auch da allerdings nicht erzielt werden. Die Behörde argumentiert ihrerseits mit dem möglichst ungehinderten Verkehrsfluss auf dieser „wichtigen Straße“, eine nennenswerte Zunahme von Fahrzeugen über die vergangenen Jahre und des Unfallgeschehens sei nicht erkennbar. Den Punkt, dass die Wohnhäuser der drei Grundstücke für Vorbeifahrende nicht wirklich zu sehen seien, um eine Geschwindigkeitsreduzierung zu rechtfertigen, können wiederum Wenske und die anderen nicht nachvollziehen, wenn es um Unfallvermeidung gehe.

Petitionsausschuss angeschrieben

Von der Stadt Müncheberg habe es prinzipielle Rückendeckung gegeben, doch die Kommune sei nicht zuständig, wissen die Anwohner. Der von Wenske ebenfalls angeschriebene Petitionsausschuss des Landtags ist bislang nicht in der Sache tätig geworden, hat nur den Eingang des Briefes bestätigt. Ob er nun den Klageweg beschreiten wird, womit er wohl der Einzige wäre, dazu hat sich Hubertus Wenske noch nicht entschieden.