Um Ängste zu nehmen und wichtige Fragen der Verkehrssicherheit auf spielerische, altersgerechte und interaktive Art und Weise an Kinder der Klassenstufen 1 bis 6 zu vermitteln, zieht Sebastian von Merveldt regelmäßig im Dezember/Januar ein Zebra-Kostüm an. Die Erfinderin der Geschichte, die Schauspielerin Julia Becker, unterstützt ihn dabei gleich in mehreren Rollen: als „Claudio der Clown“, Seilartistin „Silvia Seil“, Zirkus-Superstar „Robert die Robbe“ oder als Zauberer „Der große Pupsini“.
Im aktuellen Stück „ZeBra wird Zirkusdirektor“ muss der Zirkusdirektor kurzfristig verletzt ins Krankenhaus, die Abendvorstellung droht auszufallen. „ZeBra“ beschließt daher kurzentschlossen und etwas naiv, dessen Aufgaben zu übernehmen. Im Zirkus herrschen jedoch chaotische Zustände, alle Darsteller versuchen, für den Gastauftritt von Zirkus-Superstar „Robert die Robbe“ Sonderprogramme einzustudieren.
„Claudio der Clown“ aber hat ein defektes Fahrrad ohne Lichtanlage und fährt ohne Helm, der Zauberer „Der große Pupsini“ kennt nicht einmal die Straßenschilder. Doch ZeBra lässt sich nicht entmutigen. Es bringt ihnen die Verkehrsregeln mit Hilfe der anwesenden Kinder bei und so kann die Vorstellung doch noch stattfinden.
Um wichtige Aspekte des Straßenverkehrs theatralisch zu vermitteln, braucht es allerhand körperlichen Einsatz der Schauspieler. Das kuschelige Zebra-Kostüm wiege „mit gut einem Liter Schweiß“ mittlerweile knapp zehn Kilogramm, sagt Sebastian von Merveldt. Es erfordert daher schon einige Fitness, die 60-minütige Vorstellung durchzustehen. Dazu kommt noch, dass keiner der Darsteller ein Mikrofon benötigt – angesichts von rund 120 Kindern in der Halle eine beeindruckende Leistung.
Die Schule Rehfelde war die 22. von insgesamt 25 Stationen, die während der gesamten Theater-Tour durch Brandenburg besucht werden. Im Januar folgen weitere 15 Vorstellungen, ehe das dreiköpfige Team sich wieder anderen Projekten widmet.
Zum Ende der Vorführung werden Superstar Robert noch die Angst vorm Busfahren genommen und ihm sämtliche Regeln erklärt. Wenn ZeBra fragt „Was macht ihr, wenn ältere Menschen den Bus betreten?“ und der siebenjährige Adrian selbstbewusst antwortet „Wir machen Platz und helfen“, dann ging es nicht nur um Regeln, Vorsätze und Sicherheit, sondern auch den guten Umgang miteinander.