Mit Verzögerung begann die Jahreshauptversammlung. Denn die Rehfelder Wehr hatte um Hilfe gebeten und ein Einsatztrupp aus Strausberg war ausgerückt. Erst, als dieser zurück war - es war die 35. Alarmierung seit Jahresbeginn -, startete die Versammlung der 70 Männer und Frauen, die sich diesem Ehrenamt aktiv verschrieben haben. Hinzu kommen 46 Mädchen und Jungen, die der Kinder- und Jugendfeuerwehr Florian angehören. Seit vier Monaten werden auf Initiative von Jugendwart Andreas Schwiering auch Kinder ab vier Jahren aufgenommen - der Andrang ist groß. 25 Kleine gehören dazu. Nicht zu vergessen deren große Vorbilder - 18 Kameraden gehören der Alters- und Ehrenabteilung an. Einer, der mit am längsten dabei ist, wurde am Sonnabend ausgezeichnet - Wilhelm Piskol, seit 60 Jahren mit Leib und Seele Feuerwehrmann.
2392 Stunden und 45 Minuten widmeten die Freiwilligen im Vorjahr der Aus- und Weiterbildung. An Truppführer-Lehrgängen nahmen Matthias Drews, Daniel Renner, Mathias Schultz teil. Atemschutzträger sind nun Daniel Renner und Dennis Scheka. Jens Opitz ist Kreisausbilder Truppmann/-führer und Benjamin Bomball war erfolgreich bei der Abc-Einsatzausbildung. Lars David, der stellvertretende Stadtwehrführer, ist fit in Sachen Digitalfunk.
Leider aber nicht die Regionalleitstelle Frankfurt (Oder), wie Stadtwehrführer Uwe Schmidt kritisch anmerkte. "Wann der Digitalfunk voll funktionstüchtig ist, bleibt abzuwarten. Ärgerlich für uns, da ein Großteil unserer Fahrzeuge nur noch über digitalen Funk verfügt und die Verständigung somit schwieriger wird", sagte er.
Auch der neue Einsatzleitwagen - das bisherige Fahrzeug wird dem Löschzug Hohenstein zur Verfügung gestellt, verfügt über diese Technik. Bürgermeisterin Elke Stadeler übergab den Schlüssel für das rund 78 000 Euro teure Fahrzeug an Maschinist Thomas Walther.
Auch sie lauschte gespannt den Einsatzzahlen. 145 Mal wurden die Freiwilligen im Vorjahr alarmiert, davon 67 Mal in der Kernarbeitszeit wochentags zwischen 6 und 18 Uhr. Schmidt dankte der Stadt Strausberg, die 15 Kameraden angestellt hat, die so tagsüber auch einsatzbereit sind. Er wünschte sich noch mehr Firmen, die so etwas tun. Stellvertretend für die verständnisvollen Ehefrauen der Aktiven, übergab er Karin David, Marlies Rieske und Conny Schulz Blumen.
33 Brände wurden gelöscht - u. a. ein Dachstuhl in der Philipp-Müller-Straße - 79 Mal wurde Hilfe geleistet und 33 Mal gab es Fehlalarme, allerdings keine davon böswillig ausgelöst.
Groß ist die Vorfreude auf das neue Gerätehaus in Hohenstein. Die Baugenehmigung, so Elke Stadeler liegt vor, allerdings werde die Übergabe zum Erntedankfest nicht zu schaffen sein. Die Wohnung im Dorfgemeinschaftshaus wird demnächst aufgegeben. Sie regte an, diese Räume dem Löschzug zur Verfügung zu stellen. Frank Wessel von der Wohnungsbaugesellschaft dankte mit einer Beamer-Leinwand für einen ungewöhnlichen Einsatz der Feuerwehr 2014. Die hatte mit ihrer Drehleiter Mietern eines Neubaus in Vorstadt ermöglicht, die Solaranlage auf dem Dach zu beschauen.
Blumen und ein Geschenk überreichte Elke Stadeler Uwe Schmidt, der seit 20 Jahren den Strausberger Freiwilligen vorsteht. Die werden sich auch dieses Jahr im gesellschaftlichen Leben der Stadt Strausberg - u. a. bei der 775-Jahr-Feier - einbringen.