"So auf die Schnelle haben wir keine andere Schwimmhalle finden können, als in Eggersdorf", begründete Hans-Peter Buschheuer die Wahl des Drehortes für einen guten Zweck. Beim unentgeltlichen Videodreh soll für die Seenotrettungs-Organisation Sea-Eye geworben werden. Deren Ziel ist es, Flüchtlinge auf dem Wasserweg in Richtung Europa vor dem Ertrinken zu bewahren. Buschheuers Neffe, der 38-jährige Michael Buschheuer, Unternehmer aus Regensburg, beschloss Ende 2015, den oft tödlich endenden Fluchtversuchen nicht mehr tatenlos zuzusehen. Ein alter Kutter, der seit den 1960er-Jahren die Saßnitzer Fabrik mit frischem Fisch belieferte, wurde kurz vor dem Weg zum Schiffsfriedhof zum Schrottpreis von 20 000 Euro von ihm abgefangen. "Zusammen mit etwa 50 zum Teil freiwilligen Helfern wurde der Kutter in Rostock wieder hochseetauglich gemacht. Die Hilfe war überwältigend", erinnerte sich Hans-Peter Buschheuer.
Zurzeit ist die 24 Meter lange Sea-Eye auf dem Weg zur Einsatzregion südlich der italienischen Insel Lampedusa. Dort wird das Schiff ab April auf der Suche nach Flüchtlingen im Mittelmeer kreuzen. Passagiere können nur im medizinischen Notfall an Bord kommen. 700 Schwimmwesten und Rettungsinseln für 400 Menschen haben sie dabei. So wollen die Helfer die oft völlig überladenen Flüchtlingsboote vor dem Kentern bewahren, bis große Schiffe ihrer Pflicht zur Seenotrettung nachkommen. Zusätzlich sind ein motorisiertes Rettungsboot sowie eine Satellitenstation an Bord. Die Basis der Sea-Eye-Mannschaft ist auf Malta. Dort wird im zehntäglichem Rhythmus die achtköpfige Besatzung getauscht. Mit dabei ist je Crew ein Hochsee erfahrener Kapitän. Dafür hat Sea-Eye einige Ruheständler reaktivieren können. Nautiker, Mechaniker, Elektroniker und Ärzte kommen noch dazu.
"Jeder soll das dazu beitragen, was er am besten kann. Ich würde schon gern vor Ort helfen, befürchte aber, dabei mehr im Weg zu stehen. Deshalb bin ich heute hier", sagte Uta Kargel während der Dreharbeiten in Eggersdorf. Für Serien wie "Verliebt in Berlin", "Heldt" oder auch "Ein starkes Team" stand sie vor der Kamera. Entstehen sollte ein kurzer Werbespot. Mit dem will die Organisation Sponsoren für die etwa 250 000 Euro jährlich anfallenden Kosten der Sea-Eye-Rettungsaktion gewinnen. Auch wollen die Daily-Soap-Macher und Darsteller klar Stellung beziehen, erklärte Buschheuer.
Ein Kind fällt im Spot in das Becken des Schwimmbades. Vom Rand schauen Passanten zu. Schuldzuweisungen, gegenseitige Aufforderungen und Gleichgültigkeit machen die Runde - nur niemand hilft. So will Regisseur Jurij Neumann, der auch das Drehbuch schrieb, eine Brücke zu den mehr als 3700 tödlich verunglückten Flüchtlingen 2015 im Mittelmeer schlagen.
"Ich habe in Berlin in Flüchtlingsheimen Kleidung und Essen ausgeteilt. Das Thema ist für mich also nicht neu. Wohl aber, dass ich auch in meinem Beruf mithelfen kann", sagte Maike von Bremen ("Notruf Hafenkante", "Soko 5113") in einer Drehpause. Mithelfen durfte Bianka Wehrmann von der DLRG Hennickendorf. Keinen Moment während der Dreharbeiten ließ sie den fünfjährigen Hauptdarsteller Valentin aus Berlin im etwa 250 Quadratmeter großen Becken aus den Augen. "Es macht alles riesigen Spaß", gestand sie, obwohl sie in keiner Filmsequenz zu sehen sein wird.
Ab April soll das Video im Internet zu sehen sein. "Natürlich würden wir den Spot gern in anderen Medien zeigen, aber dazu gibt es noch keine Planungen", sagte Hans-Peter Buschheuer.
Weitere Infos im Internet unter: http://sea-eye.org/
Filmdreh im "Landhaus Villago": Für den guten Zweck dabei waren (v. l.) Uta Kargel ("Verliebt in Berlin"), Tino Lindenberg ("Spreewaldkrimi"), Christoph Mory ("Rosenheim Cops"), Eva Weißenborn (Kommissarin Heller, SOKO Wismar), Lucca Riedmayer, Maike von Bremen ("Notruf Hafenkante") und Oliver Bender ("Tatort").Fotos (2): Dirk Schaal
Das klappt: Schauspielerin Maike von Bremen zeigt, wie es geht. Rettungsschwimmerin Bianka Wehrmann von der DLRG Hennickendorf ließ Hauptdarsteller Valentin (5) aus Berlin nicht aus den Augen.
Schauspieler unterstützen Organisation Sea-Eye / Pool im Eggersdorfer Landhaus Villago wird zum Tatort