15 Jahre sind ins Land gegangen, seit Erika und Gerhard Schwarz ihren Lebensmittelpunkt von Berlin nach Rehfelde verlagert haben. Doch schon vor ihrem Umzug konnte Erika Schwarz ihre Neugier auf den Ort kaum bremsen. War es zu dem Zeitpunkt schwierig, etwas über die Entwicklung des gewählten Wohnplatzes herauszufinden, so stachelte das die promovierte Historikerin erst recht an.
Die Leidenschaft für das Suchen und Nachschlagen in Schriften, Karten und alten Dokumenten, die Freude daran, Stück für Stück ein Puzzle aus Daten, Fakten und Berichten zusammenzusetzen und in die zeitgeschichtlichen Geschehnisse einzuordnen, steckten auch Ehemann Gerhard an. "Seit ich das erste Mal meinen Kopf in ein Archiv steckte und mir der Staub um die Ohren flog", scherzt er, habe ihn die Muse der Geschichtsschreibung Klio in ihren Bann gezogen.
Dass Beruf und zugleich Berufung darstellt, dass Arbeit als Hobby angesehen wird und nicht zuletzt das Ziel, ihrem neuen Heimatort auf diese Weise ein Dankeschön zu sagen, stehen für die Antriebskraft der beiden. Nur so ist erklärbar, dass sich das Ehepaar über 15 Jahre mit Forscherdrang, Zähigkeit und nicht nachlassender Energie den historischen Untersuchungen widmete, einschlägige Literatur und Karten studierte, jahrelang in Orts-, Regional- und Bundesarchiven recherchierte, ihre Forschungen bis in die Niederlande oder nach Russland ausdehnte und ungezählten Ämtern, Museen, Pfarrhäusern Besuch abstattete.
Ergebnis dessen ist ein etwa 500 Seiten umfassendes Werk mit über 100 Abbildungen samt farbigem Innenteil, das die beiden Autoren zuvor noch einkürzen mussten. "Das knapp 500 Orte umfassende Register beispielsweise mussten wir leider streichen", erzählen sie. Anderes wie die Geschichte von 72 Rehfelder Straßennamen sei für eine mögliche spätere Veröffentlichung ausgegliedert worden.
Die mehr als 1200 namentlich im Buch genannten Personen hingegen sind aufgeführt. Ebenso 1400 Anmerkungen "Das ist unser Schatz", charakterisiert Erika Schwarz die Ergänzungen im Anhang zu den zwölf Textkapiteln. Könnten diese doch diverse Ansatzpunkte für unterschiedlichste in der Region ansässige Leser bieten, in die eigene Familiengeschichte einzudringen.
Beispielhaftes dafür ist in den 13 Familienbildern zu finden, die Erika und Gerhard Schwarz u. a. für die ortsbekannten Haubes oder Elsholz teils bis ins 17. Jahrhundert zurückverfolgt haben. Zwar wissenschaftlich erarbeitet, jedoch aus der Sicht derjenigen aufgeschrieben, die in Rehfelde gelebt und gearbeitet haben, Frondienst leisteten und Abgaben zahlen mussten, betonen die Autoren.
Nun warten sie auf die Korrekturfahne. Ist diese ein gesehen, dürfen nicht nur Rehfelder auf die Buchvorstellung gespannt sein.