Dass in Strausberg kein Tanzensemble, sondern ein Tanztheater zu Hause ist, stellen sie eindrucksvoll unter Beweis. Tänzerisch wagen und können sie fast alles: spanische, russische, schwedische und deutsche Folklore und den klassischen Tanz. Sie bewegen sich zu Walzerklängen genauso wie zur Polka, tanzen gekonnt einen Charleston und geben "Küsschen" zur Countrymelodie. Der Step gehört ins Repertoire wie rasante Modern Dance-Choreographien. Alles wird auf gleichbleibend hohem Niveau präsentiert.
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Die Mitglieder des Tanztheaters unterscheiden sich von anderen Ensembles in der Region nicht nur durch die solide klassische Grundlagenausbildung - auf der alle weitere Arbeit aufbaut - sondern durch schauspielerisches Können.
Die choreografischen Einfälle stammen zumeist von den Ballettpädogoginnen Stefanie Billerbeck und Helga Esch. Getanzt wird mit vielen Requisiten, so wie mit Sonnenbrillen, Regenschirmen, immer wieder Tüchern, Schlitten, Hüten, Schlittschuhen und Bällen. Auch ein Markenzeichen des Tanztheaters sind die dem Alter der Kinder gerechten Choreografien zu pfiffigen, spritzigen Melodien, wie in "Hut ab " oder "Zeit zum Spielen", jeweils zu Rolf Zuckowski-Kompositionen.
In der Tanzgala "Augenblicke" reiht sich eine Vergänglichkeit der Bewegung an die nächste. Gesellt sich Modern Dance neben dem Kindertanz, steht die "Tarantella" neben der "Etude". Grandios sind die Tänzerinnen immer, wenn sie auch schauspielern dürfen, wie in der "Clique", "Reise nach ..." oder sich dem aktuellen Thema "Mobbing" widmen. Letzteres übrigens sehr realistisch umgesetzt. Schlag auf Schlag folgt ein "Augenblick" auf den nächsten, z. B. ein anmutiger "Anitras Tanz" von Edward Grieg mit weichfließenden Bewegungen, gefolgt vom poppigen "No Americano", um dann das Publikum sogleich zu einem skandinavischen Mitsommerfest im "Schwedenmädchen" mitzunehmen.
Der Hausherr des Zentrums, Kapitän zur See, Christian Dienst, zeigte sich begeistert. "Bereits vor anderthalb Jahren erzählten mir Mitarbeiter, auf welchem hohen Niveau dieses Ensemble tanzt. Ich muss feststellen, dass das, was hier geboten wurde, schon sehr professionell ist."
In der anschließend getanzten Geschichte "Isabella und Josh", eine kurzweilige Wintergeschichte, stach besonders Ensemblemitglied Tabitha Friebe hervor. Ihr war die Rolle der bösen Dame Socretia wohl auf den Leib choreografiert. Der Lohn für den "Augenblick" viel Applaus und noch mehr Blumen für alle Darsteller!