Seinen Gründungsort, den Klub am See, wird das 1967 als Kinder- und Jugendtanztheater im Kultur- und Sportzentrum der NVA Strausberg entstandene Ensemble überdauern. Der wird ja in Kürze abgerissen. Die jährlichen Höhepunkte des Tanztheaters finden ja bereits seit Langem im Großen Saal des Bundeswehr-Komplexes in der Prötzeler Chaussee statt. Dort wird auch das Goldene Jubiläum gefeiert. Mit einem etwa zweieinhalbstündigen Tanzprogramm (plus Pause).
Sämtliche aktiven Bühnentanzgruppen werden sich im Mai dem Publikum präsentieren. Dazu ein Quartett ehemaliger Mitstreiterinnen, die jüngst wieder eingestiegen sind. Zwischen den Tanzblöcken kündigt Leiterin Stefanie Billerbeck Moderationen der Journalistin Gudrun Ruthenberg an, die zum Beispiel die Eisenhüttenstädter Tanzwoche begleitet. Dazu würden Fotos des Tanztheaters aus den vergangenen fünf Jahrzehnten gezeigt. Mancher Zuschauer wird sich oder Familienangehörige darauf wiedererkennen, denn mittlerweile sind mehrere Hundert junge Damen (und einzelne Herren) durch die Tanzpädagoginnen geprägt worden.
Und das sehr erfolgreich, wie verschiedenste Preise, Medaillen und Diplome belegen, die vor allem zu DDR-Zeiten gesammelt wurden. Unter anderem gab es 1980 den Kleist-Kunstpreis des Bezirkes Frankfurt (Oder). Das Ensemble - seit dem Start unter der Leitung von Nora Jarchow-Dürrenfeldt - überlebte die politische Wende und konnte sich danach auch in zuvor unerreichbaren Ländern präsentieren. Reisen führten zum Beispiel nach Taiwan oder in die USA. 2008 übergab die langjährige Chefin den Staffelstab an ihre einstige Schülerin und Kollegin Stefanie Billerbeck, die sie bereits einige Jahre zuvor nach Strausberg geholt hatte.
"Die Arbeit ist schwieriger geworden. Das sagen ja alle, die mit Kindern und Jugendlichen zu tun haben", ist sich Stefanie Billerbeck und ihre Mitstreiterin Helga Esch einig, die seit 1976 beim Tanztheater tätig ist. Es strömten zwar nach wie vor viele Kinder in die kleinen Gruppen, aber gerade bei Konzentration und Durchhaltevermögen gebe es Nachholbedarf. Gewisse Strenge und der Leistungsanspruch der beiden Frauen zeigen jedoch Erfolg. "Es gibt keine Disziplinschwierigkeiten", betonen die beiden. Manchmal kollidiere ihr Stil vielleicht mit dem Elternwunsch nach Spaß für ihre Kinder, manche Eltern seien aber auch ganz froh darüber. Man sehe auf jeden Fall die Entwicklung bei den Mitgliedern.
Wenn dann von den Ältesten eine größere Gruppe geht, wie demnächst mit neun Mädchen, stehen die Betreuerinnen vor einem "großen neuen Lehrauftrag", wie sie sagen. Denn viele Programmteile gingen zunächst mit den Ausscheidenden weg. "Die Nachfolgenden sind noch sehr jung. Da würde mancher Tanz noch gar nicht wirken", erklärt Stefanie Billerbeck. Mit den "Großen" werde es vor dem Abschied jedenfalls noch eine Abschlussfahrt geben, kündigte sie an.
Weiter kündigte sie an, dass es im November 2018 wieder eine Märchenaufführung geben wird. Kitas und Schulen könnten sich den Termin schon vormerken. Und 2017 werde es neben der Gala noch Auftritte beim Neujahrsempfang der Stadt, beim Tanzwettbewerb in Neuenhagen und in Altranft geben.
Neben den Bühnengruppen mit einem Repertoire von Folklore bis Pop gibt es beim Tanztheater in der Parkstraße 6 auch eine Reihe von Angeboten zum Tanz für jedermann. Es reicht von der Früherziehung über HipHop und Modern/Jazz bis zum geselligen Tanzen für Senioren. "Da sind bislang alle dabeigeblieben", berichtet Stefanie Billerbeck. Die älteste Teilnehmerin ist mittlerweile über 90.
Mehr Informationen und Karten für die Gala am 14. Mai um 17 Uhr gibt es unter Tel. 03341 250387 (mit AB) oder E-Mail an info@tanztheater-strausberg.de