Wie kann ich meine Zeit effektiver einteilen, meine Arbeitszeit verringern und so ein Stück mehr Freizeit gewinnen? Kurzum: Wie bekomme ich mehr Lebensqualität in meinen stressigen Alltag? Um Antworten auf Fragen wie diese zu bekommen, hatten sich am Mittwochabend gut 30 Gäste Zeit genommen, dem Vortrag von Cordula Nussbaum im Volkshaus Strausberg Nord zu lauschen.
Die Expertin für das Thema Zeitmanagement aus München gestaltete die kurzweilige Premiere der Vortragsreihe „Vorsprung durch Wissen“ in Märkisch-Oderland, die bis zum Jahresende noch an drei weiteren Abenden in jeweils 90 unterhaltsamen Minuten gebündeltes Expertenwissen im Volkshaus liefert. Im Mittelpunkt steht, in verschiedenen Facetten, immer das Thema Persönlichkeitsentwicklung. „Wir führen diese Abende bereits seit einigen Jahren in Frankfurt (Oder) mit großem Erfolg durch und wollen das Format jetzt ein wenig weiter in die Region tragen“, sagte Marc Nickol, Verlagsleiter des Märkischen Medienhauses, das die Veranstaltungen gemeinsam mit der Agentur Sprecherhaus präsentiert. „Uns geht es darum, dass Sie Wissen tanken, um sich sowohl beruflich als auch privat weiterzuentwickeln. Wir wollen Sie ein Stück erfolgreicher machen“, beschrieb Sprecherhaus-Chefin Nadin Buschhaus den Ansatz.

Unerwartete Aufgaben lassen Pläne scheitern

Nach Überzeugung von Cordula Nussbaum scheitern viele Menschen bei ihrem Zeitmanagement daran, dass sie sich zu viel vornehmen. Sie schrieben To-do-Listen, die sie abarbeiten wollten, bis das wahre Leben mit unerwarteten Aufgaben dazwischenfunke. Die Liste werde länger, Aufgaben blieben liegen, ein Gefühl der Überforderung stelle sich ein. Zur Veranschaulichung gab sie dem Publikum eine Aufgabe: In einer Minute sollte es sich überlegen, wie der Inhalt einer 1-Liter-Wasserflasche in ein 200 Milliliter fassendes Glas passt. Ohne Hilfsmittel. Viele grübelten noch, als die einfache Antwort kam. „Es geht nicht.“ „Überlegen Sie sich nun mal, dass der Inhalt der Flasche das Pensum ist, das Sie schaffen wollen, und das Glas der Tag ist. Wie oft versuchen wir, die Flasche ins Glas zu pressen?“, fragte sie.
Eine ihrer Ideen: Aus der To-do- eine „Tu-du!“-Liste machen. „In unseren Flaschen sind viele Dinge drin, die andere übernehmen können. Delegieren Sie Aufgaben, auch wenn es schwer fällt.“ Eine andere Idee: sich den Inhalt der „Flasche“ ansehen „und mir überlegen, ob ich die Aufgaben auch machen würde, wenn ich Geld dafür zahlen müsste“. Bei vielen Aufgaben laute die Antwort dann Nein. Und hier liege das Problem. „Geld ist meist genauso begrenzt wie Zeit, aber beim Geld denken wir stärker darüber nach, ob wir es verschwenden. Warum eigentlich?“

Expertinnen-Tipp: Mehr küssen als ärgern

Den Abend ließ sie mit einem Gedanken zu folgender Statistik ausklingen. Untersuchungen hätten ergeben, dass Menschen bis zu ihrem 70. Geburtstag ganze 177 Tage damit verbringen, sich zu ärgern, aber nur 76 Tage mit Küssen. „Mein Querdenker-Tipp. Küssen Sie, wenn Sie sich ärgern. Mehr Küssen in der Flasche hilft.“
Dagmar Kley aus Eggersdorf ist „Vorsprung durch Wissen“-Stammgast, hat seit dem Start der Reihe in Frankfurt 2016 fast alle Veranstaltungen besucht. Die Expertin beim Auftakt in Strausberg gefiel ihr gut. Auch Silke Schubert hatte die Reihe in Frankfurt kennen gelernt, wo ihre Tochter studiert. „Das war heute ein bisschen speziell. Ich habe am Anfang auf Tipps gewartet, da war es aber mehr Storytelling. Aber am Ende war es sehr erfrischend und inspirierend“, sagte sie.

MOZ-Vortragsreihe


Die beliebte Vortragsreihe „Vorsprung durch Wissen“ gastiert noch drei Mal im Volkshaus Strausberg Nord. Am 28. Oktober spricht Peter Brandl über „Crash-Kommunikation“. Am 18. November referiert Thomas Eberl über das Thema „Gesund powern – effektiv abschalten“. Und am 2. Dezember geht es beim Auftritt von Johannes Warth um „Achtsamkeit“. Die Veranstaltungen beginnen jeweils um 19.30 Uhr. Infos und Buchungen unter Tel. 02561 9792888. mst