Das wissen sowohl die Neuenhagener Stichwahl-Kandidaten Janina Meyer-Klepsch (SPD) und Ansgar Scharnke (Die Parteilosen) als auch Marco Rutter (FDP) und Monika Hauser (Einzelwahlvorschlag) in Petershagen-Eggersdorf.
Der Neuenhagener LINKE-Bürgermeisterkandidat Sven Kindervater, der 17,1 Prozent der Stimmen erreichte, gratuliert den beiden Stichwahlteilnehmern zu ihrem Erfolg vom Sonntag. Kindervater bedankte sich aber auch "bei allen, die mir ihr Vertrauen geschenkt haben". Man habe zur Kenntnis nehmen müssen, dass alle Parteien stark einstecken mussten, sagte er. Er wolle wie versprochen kommunalpolitisch aktiv bleiben. LINKEN-Vorsitzender Arno Gassmann ergänzte: "Wir werden uns nun darauf konzentrieren, verlorenes Vertrauen durch eine gute Arbeit in der Gemeindevertretung wieder zurückzugewinnen." Man werde für die Stichwahl keine Wahlempfehlung aussprechen. "Wir nehmen durchaus zur Kenntnis, dass viele Bürger dieser Tage nicht unbedingt darauf warten, von Parteien gesagt zu bekommen, was sie zu tun haben", erklärte Gassmann.
"Ich glaube, dass Parteizugehörigkeit bei Wahlen auf Gemeindeebene zu Recht eine untergeordnete Rolle spielt und es vielmehr um die konkreten Sorgen und Hoffnungen der Menschen vor Ort geht. Mein Programm hat vielen Bürgern aus der Seele gesprochen", sagt Ansgar Scharnke. Für die Stichwahl werde er weiter an den Plänen für eine "gute Neuenhagener Zukunft" arbeiten und versuchen, auch viele derjenigen, die ihn im ersten Wahlgang noch nicht gewählt haben, zu überzeugen.
Die Stimmabgabe in der Gemeinde spiegele die Gesamtsituation in der Gesellschaft wider, hat Janina Meyer-Klepsch erwartungsgemäß bestätigt bekommen. Die Hälfte der Wähler wollen offensichtlich weg von den etablierten Parteien, stellt die SPD-Kandidatin fest. Sie bekam 19,3 Prozent der Stimmen in der Gemeinde. "Es ist aber müßig, jetzt darüber zu diskutieren", sagt sie. Für sie gehe es nun bis zum 18. März darum, noch konkretere Gespräche mit stimmigen Informationen an die Leute zu bringen. "Ich werde noch mehr ins Detail gehen", nimmt sie sich vor.
Bei der Bürgermeisterwahl in der Gemeinde Petershagen-Eggersdorf liegt nach Auszählung aller Stimmen der Kandidat der FDP, Marco Rutter, vorn. Er bekam laut vorläufigem Endergebnis 27,9 Prozent der Stimmen. Die zweitmeisten Stimmen konnte Monika Ursula Hauser (Einzelwahlvorschlag) auf sich vereinen (22,9 Prozent). Wahlberechtigt waren insgesamt 12 724 Menschen. Die Wahlbeteiligung lag bei 54,9 Prozent. Bei ihren Stimmabgaben votierten die weitaus meisten Petershagener für Rutter und die meisten Eggersdorfer für Monika Hauser.
Er müsse sich erst mal "sortieren", sagte Marco Rutter am Tag danach. Dann heiße es für ihn: "Näher an die Bürger ran!". Er wolle zudem schauen, wo er sich Unterstützung holen könne, sagte er und weiß auch, dass "noch mal kräftig nachgelegt werden muss". Vorgenommen habe er sich, in den nächsten Wochen, trotz beruflicher Verpflichtungen in Berlin, noch mehr im Ort präsent zu sein. Jetzt gehe es ihm darum, noch detaillierter auf inhaltliche Dinge und Themen mit den Petershagenern und den Eggersdorfern zu sprechen zu kommen.
Fachlich müsse er sich nicht verstecken, ist er sich vollkommen sicher. Dass er den Ort einen könne, habe er bereits mit dem Zusammengehen der beiden Freiwilligen Feuerwehren von Petershagen und Eggersdorf bewiesen. Und er wüsste sie "sehr gut aufgestellt, motiviert und schlagkräftig", sagt er als Ortswehrführer.
Ganz und gar auf "den Straßenwahlkampf" setzt Monika Hauser auch in der zweiten Runde bis zur Stichwahl. "Rund 1000 Haushalte habe ich im Vorfeld des Wahlsonntags aufgesucht", sagt sie. Das würde sie nun fortsetzen, um möglichst viele Leute persönlich zu erreichen. "Über manch ein Thema oder Problem spricht es sich eben viel besser übern Gartenzaun, als in öffentlichen Kundgebungen. Und das Internet ist und bleibt eine Parallelwelt, die die Gespräche nicht ersetzen kann", habe sie in ihrem Wahlkampf erfahren.