Die "Bürgerinitiative zur Erhaltung des Straussee" begrüßt, dass in der Stadtverordnetenversammlung am Donnerstag (18 Uhr in der Mehrzweckhalle der Hegermühlen-Grundschule) ein neuer Ausschuss für "Klima und Umwelt" beschlossen werden soll.
Damit werde eines "der wichtigsten Kernthemen unserer Vereinsarbeit" aller Voraussicht nach erreicht sein, informiert die Bürgerinitiative (BI) in einer von ihrem Vorstandsvorsitzenden Frank Weber unterzeichneten Pressemitteilung anlässlich ihres halbjährigen Bestehens. Um den Ausschuss bilden zu können, müssen die Stadtverordneten zuvor einer entsprechenden Änderung der  Geschäftsordnung zustimmen. Die Mitglieder des Hauptausschusses hatten sich kürzlich einstimmig für den neuen Ausschuss ausgesprochen.
Kritik an der Stadt
Positiv sieht man bei der BI, dass es statt des zunächst geplanten Sonder- nun einen "richtigen" Ausschuss geben solle, der thematisch nicht nur auf den Straussee beschränkt sei, sondern auch "alle damit im Zusammenhang stehenden Umweltfragen und Klimathemen bündeln und voranbringen" soll. "Auch das halten wir für sinnvoll, zweckmäßig und zielführend", erklärt Frank Weber in seiner Zwischenbilanz der Initiative, die aktuell 219 Mitglieder zählt. Die Initiative wolle sich bei allen Stadtverordneten und ihren Fraktionen trotz der zum Teil recht emotional geführten Gespräche dafür bedanken, "dass es nunmehr von Seiten der Legislative in unserer Stadt einen einheitlichen Willen gibt, alles für die Erhaltung unseres Straussees zu tun".
Weber äußert in der Mitteilung allerdings auch deutliche Kritik – und verbindet diese mit der Schlussfolgerung, dass es für den Ausschuss genug konkrete Fragen und Inhalte gebe. Die Hauptkritik zielt auf den Umgang der Stadt mit dem Gutachten ab, das die Ursachen für den sinkenden Strausseepegel offen legen soll. "Wie werden die Bürgerinnen und Bürger Strausbergs einbezogen und informiert?", fragt er angesichts der Tatsache, dass die Gutachterfirma Ecosax Anfang August der Stadt einen ersten Zwischenbericht unter Ausschluss der Öffentlichkeit gegeben hatte. Es könne nicht sein, dass "erst Mitte 2020 das Kaninchen aus dem Zylinder" gezaubert werde und es dann sicherlich noch sehr lange bis zur Umsetzung konkreter Maßnahmen dauere. "Es ist bereits fünf nach zwölf, Frau Stadeler", sagt er in Richtung Bürgermeisterin. Der aktuelle Pegelstand sei Beweis genug.
Gutachten wird März 2020 präsentiert
Die Stadt erklärte auf Anfrage, dass Ecosax "den vertraglich vereinbarten Meilenstein 1 des Gutachtens – die Ist-Zustand-Analyse – abgeschlossen" habe. Bei der Präsentation, die nicht für die Öffentlichkeit bestimmt gewesen sei, habe es sich um ein Arbeitsgespräch zwischen Auftraggeber, ausführender Firma und begleitendem Planungsbüro gehandelt. Mit bei dem Gespräch seien auch zwei Stadtverordnete und ein Vertreter der BI gewesen. Der Auftrag solle zunächst mal abgearbeitet und das Gutachten nach der geplanten Fertigstellung im März 2020 der Öffentlichkeit präsentiert werden.
Die Bürgerinitiative müsse sich diesen Termin gefallen lassen, sagt Weber, der neue Ausschuss habe aber die Möglichkeit, sich die Ergebnisse des Gutachtens berichten zu lassen. "Wir wollen Bewegung in die Sache bringen. Wenn wir merken, dass der Prozess verzögert werden soll, werden wir uns vorbehalten, erneut zu demonstrieren."