Axel Hecht wird nun nicht mehr Gastgeber des gemeinsamen Jahresempfangs von Bundeswehr und Stadt sein, in der Großen Straße mit der Sammelbüchse für den Volksbund deutsche Kriegsgräberfürsorge stehen oder am 20. Juli zum Gedenken an die Widerständler gegen die Nazidiktatur begrüßen. Nach 42 Jahren endet für den 61-Jährigen der Dienst in der Bundeswehr, den er 1972 als Wehrpflichtiger bei den Heeresfliegern begonnen hatte.
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Anfang der 1980er-Jahre habe er noch bei Braunschweig in Niedersachsen Stellungen für die Leopard-PanzerBundeswehr erkundet, die einen befürchteten Angriff des Warschauer Pakts stoppen sollten, heute stehe man gemeinsam in Strausberg, sprach er in seiner Abschiedsrede die gewaltigen Veränderungen während seiner Dienstzeit an. Er sei stolz darauf, Teil einer Generation zu sein, die einen friedlichen Weg aus einer zeitweise unlösbar erscheinenden Konfrontation zwischen Ost und West gefunden hat. Heute wirkten an der Akademie Mitarbeiter aus Berlin, München, Chemnitz, Münster, Hildesheim, Flensburg und Dresden selbstverständlich zusammen und dienten einer Sache.
Sache der Akademie ist es vor allem, das Gesicht der Bundeswehr zu prägen. Schließlich werden hier diejenigen ausgebildet, die den Kontakt zu den Medien halten und den Internetauftritt von Bundeswehr und Verteidigungsministerium betreuen. Brigadegeneral Werner Weisenburger, Chef des Streitkräfteamtes, dem die AIK untersteht, erinnerte daran, dass hier die Kampagne "Wir. Dienen. Deutschland." erdacht und gestartet worden sei. Er erinnerte daran, dass die AIK unter Hechts Kommando im Gegensatz zu anderen Dienststellen sogar gewachsen ist. Zu ihr gehören nach seinen Angaben rund 230 zivile und uniformierte Mitarbeiter, 80 Honorarkräfte und 50 Reservisten. Der Dialog mit der Gesellschaft gewinne an Bedeutung, und die AIK schaffe Konzepte dafür und bilde dafür aus, so der General. Die Führung werde eine herausfordernde Aufgabe bleiben, sagte er Hechts Nachfolger voraus, bevor er ihm die Truppenfahne übergab.
Christian Dienst war Marineflieger und Kommandant eines Schnellbootgeschwaders, bevor er mehrere Posten im Bundesverteidigungsministerium und in internationalen Militärstäben durchlief. Zuletzt war er Leiter des Pressereferats im Presse- und Informationsstab beim Bundesverteidigungsministerium. Der 54-jährige Berliner ist verheiratet und hat vier Kinder.
An den Beziehungen zur Stadt werde sich mit dem Personalwechsel nichts ändern, sagte der neue Chef auf MOZ-Anfrage. Allerdings werde das Amt des Standortältesten nunmehr zum Heereskommando auf die andere Seite der Prötzeler Chaussee wechseln.