Neue Wege muss der diesjährigen Regionalwettbewerb Brandenburg Ost „Jugend forscht und Schüler experimentieren“ gehen. Corona und die damit verbundenen Auflagen machen auch um Forschung keinen Bogen. „Wir haben da ein gutes Format gefunden. Die Teilnehmer stellen ihre Projekte in einem Video-Chat den Jurymitgliedern vor. Mit fachmännischen Blick werden die Projekte begutachtet, und durch eventuelle Hinweise der Jury wird den Teilnehmern auch Hilfestellung gegeben“, erläutert Nadine Auras, Pressesprecherin des ausrichtenden Energiedienstleisters EWE. Gleichzeitig lobt sie die Schulen und Betreuungslehrer, die auch in der nicht einfachen Zeit dem Wettbewerb einen hohen Stellenwert einräumen.

Projekte aus sechs Themenbereichen am Start

Zum Stichtag am 22. Januar sind 46 Projekte bei der Jury eingegangen. Auch in diesem Jahr zeigen die jungen Forschenden eine große Bandbreite an spannenden und innovativen Projekten aus sechs Fachgebieten: Arbeitswelt, Biologie, Chemie, Geo- und Raumwissenschaften, Physik und Technik. Sie widmeten sich in den letzten Wochen und Monaten dem Zusammenhang zwischen Motivation und Arbeitsleistung, dem Bau einer vollautomatischen Maschine zur Untersuchung von Pflanzenwachstum, Papier aus Wildkräutern oder städtischen Lebensräumen für Wildbienen. Die Beispiele zeigen, dass die Themenvielfalt der Forschungsprojekte bei Jugend forscht nahezu grenzenlos ist.
„Ins Rennen gehen auch wieder einige Projekte, die sich mit Energiethemen beschäftigten“, freut sich Brigitte Jeschke, EWE-Projektleiterin und Jugend forscht-Patenbeauftragte. „So untersuchten Schüler beispielsweise Salzwasserleitungen als Transportwege für Strom oder entwickelten eine selbst-optimierende Solaranlage. Das ist ein gutes Zeichen dafür, dass sich auch die Jugend schon Gedanken über eine nachhaltige Energieversorgung macht“, sagt Brigitte Jeschke weiter.
Alle zehn Teilnehmer aus Märkisch-Oderland mit ihren acht Projekten sind Schüler des Neuenhagener Einstein-Gymnasiums. Auch dort spielt Energie eine große Rolle. So zeigt Luca Waehner mit Experimenten zu Modellautos die Vor- und Nachteile von Verbrennungs- und Elektromotor auf. Der Antrieb von Raketen der Zukunft treibt Ansgar Reiff um. Ob der Hybridantrieb dafür geeignet ist, hat er im Bereich Physik unter die Lupe genommen.
Insgesamt ist die Patenbeauftragte begeistert von der hohen Beteiligung trotz der anhaltenden Coronavirus-Pandemie und des ausschließlich virtuell stattfindenden Wettbewerbs. Sie beweisen Jeschke zufolge die konstante Attraktivität von Jugend forscht. „Die aktuelle Situation scheint, dem digitalen Lernen einen Schub gegeben zu haben. Das wirkt sich auch positiv auf den naturwissenschaftlichen Nachwuchs aus. Die Kids bekommen durch die MINT-Fächer eine gute Basis für Ausbildung und Beruf, vor allem bei der zunehmenden Digitalisierung des Alltags“, sagt Brigitte Jeschke.

Jury entscheidet am 16. Februar

Am 16. Februar wird es für die 77 Teilnehmenden aus 17 Schulen und Institutionen ernst. Nach der Präsentation ihrer Projekte und anschließender Bewertung durch die Jury steht fest, wer sich für die nächste Runde qualifiziert hat. Wer es eine Runde weiter schafft, darf im April am Landeswettbewerb teilnehmen. Dort qualifizieren sich die Besten für das 56. Bundesfinale, das Ende Mai stattfindet.
Auch wenn die digitale Veranstaltung neu und für alle Teilnehmenden herausfordernd sein wird, ist Projektleiterin Jeschke davon überzeugt, dass die jungen Forschenden und ihre Projekte auch mit diesem neuen Format für ihre monatelange Arbeit gewürdigt werden können. Die Ergebnisse wird Regionalwettbewerbsleiter Dr. Hendrik Stiemer am 18. Februar bekanntgeben, ebenfalls in einem digitalen Format.

Weitere Informationen zum Wettbewerb gibt es unter www.jugend-forscht.de.

Teilnehmer und Themen Jugend forscht aus MOL


Lucas Waehner: Experimente zu Modellautos mit Verbrennungs- und Elektromotor – Chemie

Tillmann Pravida: Kälteempfindlichkeit von Akkus in iOS- und Android-Handys – Chemie

Ben Runge, Frances-Frida Nischan: Umweltfreundliche Knaller und Raketen – Chemie

Arne Göthling, Gino Martin: Regenerierbare Coolpacks mit Harnstoff und Kaliumiodid – Chemie

Ben Runge: Pilzium - ein Universalmaterial?! – Chemie 

Jan Sander: Untersuchung der Sonnenaktivität mit dem Kalzium-K-Linienfilter – Geo- und Raumwissenschaften

Laila Nevyhosteny: Abkühlen heißer Getränke unter bestimmten Einflüssen – Physik

Ansgar Reiff: Hybridraketen, der Antrieb der Zukunft? – Physik

Alle Teilnehmer aus dem Landkreis Märkisch-Oderland sind Schüler des Neuenhagener Einstein-Gymnasiums