Der Widerstand, der den Mitgliedern des zeitweiligen Ausschusses zur Zentren- und Einzelhandelsentwicklung entgegenschlug, war schon enorm. Denn die Bürger, die die Einwohnerfragestunde nutzten, wehrten sich vehement gegen den Vorschlag, die Fichtestraße zu einer Einbahnstraße umzufunktionieren. Verwiesen wurde auf die vielen Arztpraxen, die Apotheke, die Therapeuten, die sich am sogenannten Geiereck befinden.
Ausschussvorsitzende Ilka Goetz (Linke) versuchte, zu beschwichtigen. Es sei noch gar nichts entschieden. Diese Sitzung sei vielmehr der Auftakt der Diskussion, die nach der Sommerzeit im September fortgeführt werde.
Vier Varianten hat die Verwaltung erarbeitet und dem Ausschuss vorgelegt. Sie basieren auf den Gesprächen mit der Verkehrsbehörde und Untersuchungen eines Dresdener Ingenieurbüros. Das größte Sorgenkind ist die Kreuzung Eisenbahn-/Fichte- und Hauptstraße. Sie gilt, mit durchschnittlich zehn Unfällen im Jahr als schlimmster Unfall-Schwerpunkt in ganz Märkisch-Oderland. "Deshalb hat die Verkehrsbehörde dringend geraten, dass wir die Eisenbahnstraße abkoppeln", sagte Bauamtsleiterin Janina Meyer-Klepsch.
Während der Diskussion im Ausschuss stellte sich heraus, dass die unten stehenden beiden Varianten die sind, die nun weiter diskutiert werden sollen. Der Unterschied besteht darin, in welche Richtung die Ernst-Thälmann-Straße zur Einbahnstraße erklärt wird. Bergauf oder bergabwärts. Die Wolterstraße, so war im Ausschuss eine deutliche Tendenz zu hören, soll weiterhin in beide Richtungen befahrbar bleiben. Diese Lösung hätte den Charme, dass der Bus weiter vorm S-Bahnhof halten kann. In einer der Varianten war vorgeschlagen worden, die Bus-Haltestelle auf den südlichen Bahnhofsbereich zu verlegen. Dies lehnten die meisten Ausschussmitglieder ab.
Diskussionen gab es zur Eisenbahnstraße. So gebe es die Möglichkeit, die Straße tatsächlich abzukoppeln, so dass ein Boulevard entsteht. Oder, damit brachte sich Dagmar Schultz (WG Die Parteilosen) ein, man lässt die Autos aus der Eisenbahnstraße kommend, nur noch links oder rechts auf die Hauptstraße abbiegen, aber nicht mehr geradeaus in die Fichtestraße. Dies könne man mit Hilfe einer Verkehrsinsel hinbekommen. Andere Gemeindevertreter, wie Gabriele Zink-Ehlert (B 90/Grüne), schlugen vor, dass man Varianten einfach mal eine Zeit lang ausprobiert, bevor man mit großem Aufwand bauliche Veränderungen vornimmt. Jürgen Hitzges (SPD) brachte sich in die Diskussion mit der Idee ein, dass man aus der Fichtestraße kommend nur noch rechts abbiegen dürfe. Das würde die Kreuzungssituation auch entschärfen.
Ilka Goetz fasste am Ende der Sitzung die Ergebnisse zusammen: Weiter diskutiert werden sollen die beiden unten stehenden Vorschläge. Keine Fürsprache gab es, die Fichtestraße zur Einbahnstraße umzugestalten. Dies sei laut Janina Meyer-Klepsch auch nicht dringend nötig, wenn es eine Lösung für die Eisenbahnstraße gibt. Im Sommer sollen Gewerbeverband und Bürgerverein gehört werden und die Diskussionen in den Fraktionen weitergeführt werden.