„Schön, dass mal jemand in Strausberg die Initiative ergriffen hat, aber schade, dass so wenig Leute da waren“, fassten zwei Strausberger am Sonnabendabend ihr „Eis“-Erlebnis bei den Stadtwerken in der Kastanienallee zusammen. Kurz vor dem Feierabend tummelten sich vielleicht ein Dutzend Gäste, vor allem Kinder, auf der 20 mal zehn Meter großen Kunsteisfläche und etwa noch einmal so viele im Gastronomiebereich unter dem Zeltdach.
Mancher stellte auch Vermutungen an, warum nicht mehr Besucher gekommen sind. Neben dem Wetter wurden bisweilen zu wenig Werbung und der Standort genannt. Sport- und Erholungspark, Kulturpark, ja selbst das Freibad wurden als Alternativen ins Spiel gebracht.  Aber auch der Platz vor dem alten Stadthaus und die Verbindung mit dem Weihnachtsmarkt. Da hätte allerdings das Zelt in voller Größe keinen Platz gehabt. Zudem wollte man bewusst Terminkollisionen vermeiden, sagte Stefanie Pflügner von den Stadtwerken. Man werde indes bei der Auswertung über alles diskutieren, kündigte sie an.
Nico Marschke von der Barnimer Eis GmbH, von der die Stadtwerke Strausberg die Anlage gemietet hatten, sprach von einer „Probierphase“. „Man muss halt mal was anbieten und das muss sich rumsprechen.“ Am ersten Wochenende hätten er und sein Kollege beim Kassieren, Schlittschuhverleihen und Schleifen ganz gut zu tun gehabt. Nach seiner Schätzung wären da fast 400 Leute gekommen. Und viele hätten auch gefragt, ob es das Angebot 2019 wieder geben würde. „An uns soll es nicht liegen“, sagte der Eberswalder. Stefanie Pflügner stellte in Aussicht, dass das Angebot im nächsten Jahr wiederholt werde. Auch Bernau habe eine mehrjährige Anlaufphase benötigt, berichtete sie. Dort gibt es mittlerweile eine Echt-Eis-Bahn.
Eine Reihe von Besuchern  war nämlich enttäuscht über das Kunsteis. Echtes sei zwar schöner, aber um ein Vielfaches teurer und temperaturabhängiger, erklärte Marschke. Er gab zu, dass es etwas anderes sei, auf solchen im Meter-Raster zusammengesteckten Platten zu fahren, auch wenn es die neueste Generation sei. Es würden andere Muskelgruppen beansprucht und die Kufen bräuchten einen anderen Schliff, sagte er. „In Österreich wird auf diesen Platten aber schon Eishockey gespielt“, fügte er hinzu.