Die Größten mit den fünf Räumen liegen im Dachgeschoss und haben Dachterrassen, Gästetoiletten und vier Meter breite Markisen über dem Balkon vor der Wohnküche mit zwölf Metern Kantenlänge. Man muss nicht über den Hausflur und die Treppe aus ägyptischem Naturstein zu ihnen hinaufsteigen, sondern fährt mit dem Aufzug, dessen Leuchtband mit jeder Etage die Farbe wechselt. Hans Josef Schaub weist auf die Fenster hin, deren Unterkante weit heruntergezogen ist, wodurch die Räume heller erscheinen. Um die Sicherheitsanforderungen zu gewährleisten, sind zwei metallene unauffällige Querstreben eingezogen. Die Böden aller Wohnräume in Echtholzparkett, die Nassflächen und bodengleichen Duschen grau gefliest – viele Quadratmeter, die ihren Kaltmietpreis haben: Er beginnt bei neun Euro und reicht bis 12,50 Euro. Für die Erdgeschosswohnungen gibt es einen kleinen Mietergarten hinterm Haus.
Für diese anspruchsvollen Kosten können die Mieter hohe Erwartungen an das Mietobjekt haben. Das Quartier wird zwei Spielplätze haben, im November werden die Außenanlagen bepflanzt. Alle 84 Wohnungen haben einen Stellplatz, hinzu kommen vier Gästeparkplätze. Zu jedem Haus gehören vier Ladestationen für Elektroautos. Wer es möchte, bekommt einen Stellplatz mit einer Lademöglichkeit zum normalen Strompreis von derzeit 26 Cent je Kilowattstunde, so die Vereinbarung mit den Stadtwerken Strausberg. Von denen kommt auch die Fernwärme für das Fritz-Reuter-Quartier.
Exklusiv für die 84 Mietparteien zu nutzen sein wird die Paketstation, zu der sich jeder seine Online-Einkäufe liefern lassen könne, ohne seine Nachbarn vom Boten nerven lassen zu müssen, und gegebenenfalls auch seine Sonntagsbrötchen, sagt Architekt Schaub. Sofern er einen lieferwilligen Bäcker findet. Das schnelle Internet liefert die Telta Citynetz in den Medienschrank, der in jeder Wohnung den Sicherungskasten ergänzt. Eine Wahlmöglichkeit zu  anderen Anbietern gibt es allerdings nicht.
Für Individualisten
Keinen Aufzug hat der Bestandsbau, das ehemalige Arbeitsamt, das bis zur Wende von der Armee genutzt wurde. Es hat die Hausnummer 7 und auch noch freie Zwei- und Drei-Raum-Wohnungen. Weil der Architekt darin die vorhandenen Konstruktionen aufgenommen und mit Wohnraum ausgefüllt hat, sind sehr eigenwillige Zimmer mit Podesten, Schrägen und Nischen entstanden, die individuelle Wohnsituationen entstehen lassen. Eine Herausforderung für jeden Innenarchitekten.
Die letzten Wohnungen sollen zum 1. Dezember bezugsfertig sein. Nadine Meister von der Wohnungsverwaltung Pruß führt immer wieder interessierte Wohnung Suchende durch das Quartier. Noch liegt ein Berg von 1000 Kubikmeter Mutterboden vor dem Haus mit der Nummer 8, doch zum Jahresende sind auch die Außenanlagen fertig.
Die Wohnungsverwaltung Pruß lädt an diesem Sonntag und am 29. September jeweils von 10.30 bis 12 Uhr zu Wohnungsbesichtigungen ein.