Senioren wollen sich räumlich verkleinern, junge Leute suchen die erste eigene Bude: Ein- und Zweizimmerwohnungen sind gefragt. Wer in Strausberg bleiben möchte oder sich die Stadt als Wunschwohnort ausgesucht hat, braucht gute Nerven – und Geduld. Die Online-Suche auf den Internetseiten der örtlichen Vermieter spricht eine deutliche Sprache: Drei Anbieter haben Anfang März zumindest eine Wohnung im Angebot, bei allen anderen herrscht gähnende Leere.

Senioren mit geringer Rente haben es schwer

Carsta Göring, kaufmännischer Vorstand von der Wohnungsbaugenossenschaft „Aufbau“ Strausberg, beobachtet die hohe Nachfrage nach bezahlbaren Ein- bis Zwei-Raum-Wohnungen seit Jahren. Vor allem junge Menschen, Transfergeld-Empfänger und Senioren mit geringer Rente haben es bei der Suche nicht einfach. Diana Fürstenberg, Fachbereichsleiterin Vermietung bei der Strausberger Wohnungsbaugesellschaft (SWG), die das größte Angebot an Mietwohnungen in der Stadt besitzt, hat eine historische Erklärung für den Mangel: „Ein erheblicher Teil des Wohnungsbestandes in Strausberg ist zu DDR-Zeiten entstanden. Beim komplexen Wohnungsbau hat man entsprechend dem damaligen Bedarf vorrangig Familienwohnungen für Armeeangehörige und Zivilangestellte der NVA errichtet.“ Mittlerweile nehmen Single- und Zweipersonenhaushalte stetig zu. Knapp ein Drittel der Mietinteressenten bei der SWG suchen Ein- bis Zwei-Raum-Wohnungen.

Strausberg ist eine beliebte Stadt

„Strausberg ist eben eine beliebte Stadt, auch durch die Berlinnähe und den S-Bahn-Anschluss“, ergänzt Marcus Nudow, Standortleiter bei der TAG Wohnen & Service GmbH. Das Unternehmen hat
349 Ein- bis Zwei-Raum-Wohnungen in Strausberg im Angebot.
Bei den Bestandswohnungen bewegen sich die Strausberger Quadratmeterpreise zwischen 5,15 bis 8 Euro. „Hierbei ist zu erwähnen, dass wir in Strausberg einen qualifizierten Mietspiegel haben, der die Mietpreise gemäß Größe, Lage und Baujahr reglementiert“, erklärt Diana Fürstenberg.

Private Anbieter haben auch nicht mehr Angebote

Wer mehr Geld investieren möchte oder kann, etwa für eine Neubauwohnung, hat es nicht unbedingt leichter. Uwe Vogt, Geschäftsführer von der Klaas Immobilien GmbH, winkt bei der Frage ab, ob er derzeit passende Wohnungen im Angebot hat: „Es gibt aktuell gar nichts.“ Er schätzt, dass Interessenten für eine Wohnungssuche rund sechs Monate einplanen müssen. Außerdem rät er, die erforderlichen Unterlagen – von den Einkommensnachweisen über die Mietschuldenfreiheit bis hin zur positiven Schufa-Auskunft – parat zu haben. Des Weiteren sollten sich die Interessenten schon im Vorfeld überlegen, welche Abstriche sie bereit sind zu machen. Wer nicht gleich bei der Besichtigung eine Zusage mache, komme meist schon zu spät.

Spezielle Azubi- und Studentenwohnungen

Bei der Wohnungsgenossenschaft „Aufbau“ wird empfohlen, sich vorzubereiten und „eventuell Wünsche etwas herunterzuschrauben“. Bei der Genossenschaft kann ein Wohnungsantrag gestellt werden ([Link auf https://www.wbg-aufbau.de/] ). Im Gegensatz zum reinen Mieten, werden bei der Genossenschaft Geschäftsanteile gekauft.
Die SWG bietet spezielle Azubi- und Studentenwohnungen an. „Hier können junge Wohnungssuchende auch größere Wohnungen mit Sonderkonditionen – drei Räume zum Preis einer Ein-Raum-Wohnung – als Wohngemeinschaft anmieten. Dieses Angebot wird seit Jahren gern angenommen.“, sagt Diana Fürstenberg. Sie lädt Wohnungssuchende dazu ein, mit der SWG Kontakt aufzunehmen: persönlich im Kundencenter, online oder telefonisch. „Unser kompetentes Vermietungsteam berät gern und organisiert Besichtigungen in verfügbaren Wohnungen. Wegen der hohen Nachfrage ist nicht immer sofort das Passende für jeden dabei“, so Fürstenberg.
Auch die TAG Wohnen empfiehlt, regelmäßig im Mieterbüro oder in der Wohnungssuche auf der Website zu schauen.
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