Eingliederung in den berlinnahen Raum oder Qualifizierung als Grundzentrum - an Deutlichkeit lässt diese Forderung nichts zu wünschen übrig. Rehfelde erwartet vom Landtag Brandenburg Beschlüsse zur Korrektur der bisherigen landesplanerischen Einordnung des Ortes.
Darin gipfelt die übergreifendste von insgesamt 14 Schlussfolgerungen aus dem ersten Workshop "Hauptsache, es wird gebaut!?" zur Siedlungsentwicklung heute und morgen in Rehfelde. Und es wird damit klar gemacht, dass man sich keineswegs mit einer Rolle als schlichtes dörfliches Örtchen zufrieden geben wird.
Denn Rehfelde wächst und wächst: die Bevölkerung, die soziale und verkehrliche Infrastruktur ebenso wie die gewerbliche Entwicklung zunehmend Raum greift. Das braucht Abstimmung, braucht "Balance zwischen Bauboom und Flächenversiegelung", wie es Bürgermeister Reiner Donath eingangs der Gemeindevertretersitzung nannte, brauche Konzepte, Pläne, Geld.
So war es beinahe zwangsläufig, dass sich ein großes Gremium aus Einwohnern, Vereinsvertretern, ehrenamtlichen Lokalpolitikern bis hin zu Eingeladenen aus Landratsamt, Regionalmanagement, Wirtschaftsfördergesellschaft, Handwerkskammer, Nachbarkommunen zu dem Workshop versammelt hatte, was Bürgermeister bzw. amtierender Bürgermeister von Oberbarnim und von Müncheberg auf MOZ-Nachfrage voller Lob anerkannten.
Gedankliche Leitlinien und Aufgaben für die Verwatung sind daraus ebenso erwachsen wie direkte Aufträge. So findet sich in dem zweiseitigen Papier, das alle Gemeindevertreter am Ende als Arbeitsgrundlage annahmen, die Forderung nach Unterstützung von Kreis und Landesregierung zur Finanzierung bzw. Förderung notwendiger Infrastrukturprojekte, damit Zuzug nicht zu einem kommunalen Kollaps führt. Eine verstärkte Abstimmung mit Nachbarkommunen wird dabei nicht vergessen.
Ein Flächenkataster soll den Überblick über Potenziale für Wohnungsbau und Gewerbe ermöglichen und ein ähnliches Instrument beispielsweise zur Leerstandserfassung von Wohn- und Gewerbeimmobilien, Hofstellen usw. beitragen. Das lasse rechtzeitige Schlüsse für nötige Planungen zu, wird argumentiert.
Bezahlbarer kommunaler Wohnraum wird als wichtiger regulierender Faktor von Siedlungsentwicklung und Wohnungsmarkt betrachtet, ohne gehobenen Wohnraum auszuschließen. Überdies sollten keine zu enge Vorgaben einer Ortsgestaltungssatzung gemacht, allerdings bestimmte Grundsätze wie Bauhöhen oder Mindestgrundstücksgrößen festgezurrt werden.
Vorausschauende Bedarfsanalysen bis 2020, 2025, 2030 für Sozial- und Bildungs, Versorgungs- und Verkehrsinfrastruktur wollen entwickelt werden, woraus sich konkrete Aufträge an die Fachausschüsse der Gemeinde ableiten. Das gilt für den Ortsentwicklungsausschuss zur Fortschreibung der Straßenausbaukonzeption wie für den Finanzausschuss, der an einer kommunalen Strategie zur Stärkung der Gewerbe- und Wirtschaftskraft im Ort arbeitet.
Besonderes Augenmerk galt Bildung, womit die AG Schulcampus im Fachausschuss bereits stark befasst ist. Das wohnortnahe Schulangebot verbessern, ist Bestreben aller - sprich: wieder eine Sekundarstufe 1 ansiedeln. Wie schwer gerade diese Position durchzusetzen ist, zeigte indes schon eine Anmerkung zur Sitzung: Der Landkreis plane Schulentwicklung separat, ohne Gemeinden.