Noch steigt weltweit der Ausstoß von klimaschädlichem Kohlendioxid. Bereits jetzt sei laut Prof. Dr. Peter Hennicke, bis 2008 Präsident des Wuppertal Instituts für Klima, Umwelt und Energie und bei der Konferenz im Volkshaus Nord mit dem Einführungsvortrag betraut, das Maximum fast erreicht, dass eigentlich 2020 liegen sollte.
Strausberg trägt mit seinen Mitteln zumindest dazu bei, dass der Anstieg nicht ganz so groß ausfällt. Zum Stichtag 31. Dezember 2011 war die Stadt wieder auf den Einsparkurs zurückgekehrt. 2009 und 2010 war das selbst gesteckte Ziel, Energieverbrauch und CO2-Ausstoß ab 2008 um jährlich ein Prozent zu vermindern, verfehlt worden. Als aktuellen Zwischenstand konnte Gagel statt angepeilter 97 Prozent einen Rückgang auf gut 90 Prozent vermelden. Dazu beigetragen hat vor allem der Bau des Blockheizkraftwerks in der Hegermühle, wodurch allein 2000 Tonnen CO2 weniger in die Luft geblasen werden. 2011 gingen aus Strausberg noch knapp 90 000 Tonnen in die Atmosphäre.
Auch die Witterung habe Strausberg in die Karten gespielt, gab der Stadtwerke-Chef zu. Sechs Prozent Rückgang schrieb er ihr zu. Der Wärmebedarf sank jedenfalls 2011 gegenüber dem Vorjahr von rund 245 000 Megawattstunden auf knapp unter 200 000 (-12,1 Prozent). Beim Strom hingegen werde der Bedarf Jahr für Jahr größer, allein 2011 um knapp fünf Prozent. Er lag 2011 bei 83 120 Megawattstunden. 60 Prozent des Strausberger Stroms wird mit Kraft-Wärme-Kopplung erzeugt. Da ein weiteres Drittel von 81 anderen "Händlern" bereitgestellt werde, verblieben den Stadtwerken noch etwa acht Prozent für Modifikation. Ein Prozent der Elektroenergie stammt derzeit aus 113 Photovoltaikanlagen in der Stadt.
In diesem Jahr scheint das Einsparziel in Reichweite: Dann wird die LED-Beleuchtung in der Thälmannstraße wirksam: Jahresverbrauch und CO2-Ausstoß werden dadurch mehr als halbiert. Und für 2013 ist eine "Wärmeinsel" für das Wohngebiet Gustav-Kurtze-Promenade der WBG Aufbau und die Förderschule in Planung. Das Heizwerk soll mit Biomasse aus dem Stadtwald betrieben werden.
Allein technische Fragen machen die Energieewende nach Ansicht von Prof. Hennicke nicht aus: Sie müsse als Gemeinschaftswerk begriffen werden. Dazu eigneten sich unter anderem Bürgerteilnahme und -finanzierung. Zudem sollte man sich auch über den eigenen Lebensstil Gedanken machen.