Die Initiative geht vom Arbeitskreis Naturlehrpfad im Heimatverein aus, wie dessen Vertreter Reinhard Gohlke berichtete. Die Tatsache, dass die Kommune nun das ganze Waldstück übernommen habe, eröffne ganz neue Entwicklungsmöglichkeiten, um sich abseits des schon bestehenden Naturlehrpfads und des sogenannten Erlebnisplatzes Gedanken zu machen.
Dafür haben sich die Initiatoren fachkundige Hilfe geholt. Uwe Steinkamp ist in der Region vor allem als Ortsvorsteher von Ihlow und Betreiber des dortigen Zachariashofs bekannt. Er hat aber auch ein Büro für Landschaftsarchitektur - und war gern bereit, einen ersten Vorentwurf zu erstellen. Keine fertige Konzeption, sondern lediglich erste Gedankenspiele, die in jeglicher Hinsicht abänderbar seien, wie in Zusammenhang mit den Ausführungen an der Planzeichnung mehrfach betont wurde.
Steinkamp schlägt vor, bestimmte Sichtachsen Richtung Zentrum in der Form von Lichtungen zu verbreitern. Dies habe gleich mehrere Effekte: Betrachter von außen würden neugierig gemacht, den künftigen Waldpark zu betreten. Zudem gebe es innerhalb des Geländes mehr Randflächen, in denen sich eine größere Artenvielfalt entwickeln könne. Auch in der Verlängerung der Annemariestraße sei eine solche Lichtung vorstellbar.
Immer wieder hob Uwe Steinkamp hervor, dass es sich um ein Projekt mit langem Zeithorizont handelt. Allein der Waldumbau, der jetzt stärker beginne - also aus dem gegenwärtigen Kiefernbestand einen Laub-Mischwald zu machen -, brauche perspektivisch seine 50, 60 Jahre. Die Pappelbestände würden ebenfalls verschwinden. Kürzlich hatte die Gemeinde mit der Forst einen Vertrag geschlossen, um die notwendigen Maßnahmen einer gründlichen Durchforstung vorzunehmen. Steinkamp und der Arbeitskreis regten an, in diesem Zusammenhang schon einmal darüber nachzudenken, ob nicht mit Blick auf die Lichtungen ein paar Bäume mehr weggenommen werden könnten. Das Waldstück solle vor allem für Familien attraktiver werden.
Grundsätzlichen Widerspruch zum Bürgerpark gab es nicht, die Gedankenspiele als solche stießen bei Ausschussmitgliedern wie anwesenden Anwohnern des Bereiches Fuchsbergstraße auf positives Echo. "Die Idee ist super, gerade für Mütter mit Kleinkindern", sagte eine junge Frau. Schon jetzt sei dieser Wald für seinen fünfjährigen Enkel, der mehrfach pro Jahr zu Besuch komme, ein Anziehungspunkt, pflichtete ein älterer Bürger bei. Arbeiten könnten zum Teil in Eigenleistungen erfolgen, regte ein weiterer Anwohner an.
Gerade die finanzielle Komponente sorgt bei einigen Gemeindevertretern mit Blick auf die klamme Kassenlage noch für Zurückhaltung. Einig sei man sich darin, den Wald erhalten zu wollen, so der anwesende Bürgermeister Reiner Donath. Vor vorschnellen Beschlüssen warnten jedoch Sven Bürger (Fraktion Zukunft) und in abgemilderter Wortwahl auch Ausschussvorsitzender Michael Henschke (BGR).