"Jetzt bin ich wieder freier im Kopf. Es war schon Stress beim Lernen da", so Quooß, die vor zwei Wochen wieder auf den Schießstand zurückkehrte. Im italienischen Porpetto stand ein Weltcup der Juniorinnen an. Mit Gold im Team und einem erst im Shoot Off verpassten Einzel-Finale fällt die Bilanz positiv aus. "Training hatte ich kaum. Daher ist mein Ergebnis zufriedenstellend." Die Wittstockerin brachte wie ihre Frankfurter Teamkollegin Franziska Kurzer 64 Treffer ein.
Noch besser machte es die dritte Juniorin im Bunde: Eva Reichert (München) mit 68. Damit waren es 196, was die Konkurrenz aus Finnland, Malta, Italien, Tschechien, Slowakei oder Indien vor unlösbare Probleme stellte. Somit gab es Gold für Deutschlands Skeet-Juniorinnen.
Im Hause Quooß, auch Cousine Katrin gehört zur Schießsport-Elite des Landes, allerdings im Trap der Seniorinnen, scheint immer dann eine hervorragende Leistung möglich, wenn die Sportlerinnen ohne Erwartungen anreisen. "So bin ich damals Weltmeisterin geworden", blickte Katrin auf ihren Erfolg zurück, als sie fast ohne Training nach einer Babypause plötzlich die Welt erstaunen ließ. Bei Laura ist es alles noch etwas kleiner, weil nur im Juniorenbereich, doch ihr Auftritt ohne Training bei der nach Italien folgenden Jugendverbandsrunde, lässt auf ein ähnliches Nervenkostüm schließen. "Ich habe dreimal eine 22 geschossen. Richtig gut. Dann kam eine 20", so Quooß, die sich darüber nicht mehr freuen konnte. Bis zur dritten Runde war sie auf Goldkurs bei den nationalen C-Kaderschützen. Eine Klasse, die sowohl die Jungen als auch Mädchen in einer Wertung schießen. "Aber mit der 20 musste ich plötzlich wieder ins Shoot-off." Es ging nun um den Finaleinzug, aber da versagten die Nerven. Die 20-Jährige bekam eine wacklige Hand und verfehlte die Scheibe. Es blieb nur der vierte Rang auf der Olympia-Schießanlage in München-Hochbrück. Es war der letzte von insgesamt drei Wettkämpfen in der Flinten-Disziplin Skeet.
Bei den Kaderschützen platzierte sich nach dem besten der beiden Vorkämpfe und dem Endkampf Eva-Tamara Reichert (Bayern) vor Felix Raab (Thüringen) und Oliver Blüthgen (Sachsen). Quooß folgte dahinter.
Aufgrund ihrer Lehre ließ die Wittstockerin einen Wettkampf der Dreier-Turnier-Serie aus. In Ballstedten war sie nicht am Start. Da ihr Ergebnis vom ersten Schießen in Wiesbaden mit 104 eher niedrig ausgefallen war, war ohnehin von keinem Treppchenplatz auszugehen.
Abschließend wurden die Landesverbände ausgezeichnet. Dabei kam die Ruppinerin zu goldenen Ehren. Die Wanderpokale des Förderkreises Wurfscheibe gingen für die beste Jugendarbeit sowohl im Trap als auch im Skeet an Brandenburg. Nach einem festgelegten Schlüssel aus Teilnahme und Platzierung landeten beide Teams auf Platz eins. 2016 wurde eine Rekordteilnehmerzahl verzeichnet. An allen drei Wettkampforten gab es zusammen 228 Starts. 45 mehr als im bisherigen Rekordjahr 2011.