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Bürgerinitiative setzt sich für Wiederöffnung der Zufahrt zum Großen Buckowsee ein / Gemeinde verlangt 25-Euro-Gebühr

Ärger am Badeparadies

Frei für Fußgänger und Radler: Kraftfahrer dürfen den Weg zum Großen Buckowsee nicht mehr benutzen.
Frei für Fußgänger und Radler: Kraftfahrer dürfen den Weg zum Großen Buckowsee nicht mehr benutzen. © Foto: MOZ/Thomas Burckhardt
Ellen Werner / 04.05.2014, 06:59 Uhr
Lichterfelde (MOZ) Anfangs waren es Steine. Nun sorgen Verbotsschilder an den Zufahrtswegen zum Großen Buckowsee für Ärger. Stellte die Gemeinde Schorfheide im vorigen Jahr noch die notdürftige Instandsetzung eines Weges in Aussicht, genehmigt sie das Befahren per Pkw inzwischen nur noch gegen eine Jahresgebühr.

Aus persönlicher Betroffenheit müsste sich Karl-Heinz Masuhr nicht so sehr über die neue Regelung ärgern. Im Sommer ist er zwar häufig Badegast am Großen Buckowsee. Der Lichterfelder erreicht das Badeparadies jedoch per Fahrrad.

Masuhr stört sich dennoch daran, dass für Autofahrer inzwischen kein einziger Weg mehr bis zur Badewiese führt. "Vor nunmehr über neun Monaten wurde der seit über 100 Jahren genutzte Weg zum Großen Buckowsee zuerst mit Steinen und dann durch ein Verbotsschild für Fahrzeuge gesperrt, ohne Alternativen anzubieten", nimmt er Anstoß an der Lösung.

In der Schorfheider Gemeindeverwaltung werden seine Auskünfte bestätigt. Die zwei großen Feldsteine, die von Beginn der Vorjahresbadesaison an ein Befahren per Pkw verhindert hatten, sind Ende 2013 durch Schilder vom Amt für Forstwirtschaft ersetzt worden. "Waldweg. Nicht öffentlich", heißt es darauf. Ein Pkw-Symbol ist durchgestrichen.

Die Zufahrt, ein Abzweig von der L 238 zwischen Lichterfelde und Altenhof, den vor allem Ortskundige nutzten - Lichterfelder, Finowfurter, Werbelliner und Eberswalder nutzen den See zum Baden oder Angeln, führe über mehrere Privatgrundstücke und sei rechtlich kein öffentlicher Weg, hatte die Verwaltung bereits im Herbst vor anderthalb Jahren bekundet.

Im August 2012 war es zu einem tödlichen Badeunfall auf dem See gekommen. Eine 53 Jahre alte Frau ertrank während einer Feier. Schon kurz darauf hatte Dietrich Bester, Ortsvorsteher in Lichterfelde sowie einer der unter der Buckowsee GbR firmierenden privaten Eigentümer des Sees, Konsequenzen für die Zufahrtstrecke gefordert. Nun bekundete die Gemeinde ihre Absicht, den Weg zur Badestelle zu sperren.

Dies sei auf Besters Nachfrage geprüft worden, hatte Bauamtsleiterin Manuela Brandt im vergangenen Sommer erklärt. Bester erklärte hingegen, die Gewässereigentümer hätten mit der Sperrung nichts zu tun.

Ein etwas längerer Weg in Gemeindeeigentum, der fast parallel läuft, sollte Brandt zufolge geöffnet bleiben. Eventuell sollte in diesem Jahr auch der schlechte Zustand dieser Strecke behoben werden, hieß es damals.

Doch nicht nur die Einheimischen seit Jahrzehnten vertraute Zufahrt und die Ausweichstrecke sind inzwischen als Waldwege ausgeschildert. Auch an einem dritten Weg, zu erreichen über eine Zufahrt gegenüber der Straße zur Bildungseinrichtung Buckow, stehen die Schilder. Dieser Weg sei komplett befahrbar, so Manuela Brandt. Allerdings: Nach Rückfrage bei der Forstverwaltung erhebe die Gemeinde dort zum Befahren des Gemeindewaldes mit Kraftfahrzeugen ein sogenanntes Gestattungsentgelt, räumt die Bauamtsleiterin ein. Das Entgelt beträgt demnach 25 Euro im Jahr. Interessenten, etwa die Angler von der Vereinsanlage am See mit Kahnliegestellen, müssen die Genehmigung beantragen.

Bereits im September 2013 habe er mit damals sieben Mitstreitern eine Bürgerinitiative "Buckowsee" gegründet, berichtet Karl-Heinz Masuhr. Die Initiative setze sich für die Öffnung der Zufahrt ein - "und neuerdings auch für Randprobleme des Sees, denn die Gemeinde hat die Badestelle aus ihrem Pflegeplan herausgenommen", informiert er.

Der Lichterfelder und seine Mitstreiter sorgen sich, dass hinter dem Pkw-Verbot noch mehr stecken könnte. Schließlich würden "an anderer Stelle ganze Fahrradwege auf Privatland gebaut", so Masuhr. In der Bürgerinitiative gibt es die Befürchtung, private Interessen könnten Oberhand gewinnen.

Sie bereite sich auf die Gründung eines Vereins vor, erklärt Masuhr. "Um zu verhindern, dass die Badewiese und die Zuwege in private Hände gelangen, wird auch über einen entsprechenden Pflegevertrag mit der Gemeinde nachgedacht. Ziel ist es, den Zugang zum See für alle Bürger zu gewährleisten."

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Dr. Andreas Steiner 04.05.2014 - 13:50:02

Zufahrt zum See sollte beibehalten werden

Vor Beginn der diesjährigen Badesaison sollten Möglichkeiten gefunden werden, dass Badegäste auch mit dem Auto den Buckowsee erreichen können. Das bedeutet nicht zwangsläufig, dass es den Leute gestattet sein sollte, mit den Fahrzeugen direkt bis an den Strand zu fahren. Eine provisorische Parkfläche auf Gemeindefläche nahe des Sees würde meines Erachtens ausreichen. Badegästen ist zuzumuten, ihre Ausrüstung (Campingstühle, Decken, Picknickkorb etc.) wenige Meter bis zum Strand zu tragen. Besser geregelt werden sollte zugleich die Müllentsorgung durch Aufstellung von Behältern. Zudem sollten die Badegäste sorgsamer mit ihrem Müll umgehen. Mich stört es immer sehr, wenn ich den vielen Abfall am Seeufer sehe, da einige Zeitgenossen offensichtlich nicht in der Lage sind, ihren Müll wieder mit nach Hause zu nehmen.

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