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Naturdenkmal soll zunächst nicht gefällt werden

Gnadenfrist für den Zechiner Angerwächter

Prägt das Zechiner Ortsbild: Dem als "Friedenseiche" in der Naturdenkmalliste des Landkreises verzeichneten etwa 150 Jahre alten Baum soll aus Sicherheitsgründen die sturmgeschädigte Krone gekürzt werden.
Prägt das Zechiner Ortsbild: Dem als "Friedenseiche" in der Naturdenkmalliste des Landkreises verzeichneten etwa 150 Jahre alten Baum soll aus Sicherheitsgründen die sturmgeschädigte Krone gekürzt werden. © Foto: MOZ/Grieger
Ulf Grieger / 15.12.2017, 06:00 Uhr
Zechin (MOZ) Die stattliche Stieleiche an der Zechiner Hauptstraße hat beim letzten stärkeren Sturm einen starken Zwiesel-Ast verloren. Auf Grund dieser Schädigung hat die Untere Naturschutzbehörde durch das Ihlower Büro Arbo-tec des öffentlich bestellten Sachverständigen Dirk Häusser den Zustand des als Naturdenkmal geschützten Baumes analysieren lassen. Dies mit der Frage, ob die Verkehrssicherheit des am Geh- und Radweg in der Ortsmitte stehenden Baumriesen noch gewährleistet ist. Die Golzower Amtsverwaltung will in Auswertung des Gutachtens nun die Fällung beantragen, weil durch die Schädigung erhöhte Pflege einen großen Kostenaufwand bedeutet. Eine Fällung würde etwa 2300 Euro kosten. Ein alle paar Jahre zu wiederholender Kronenschnitt 2200 Euro.

Laut Gutachten hat der 23 Meter hohe Baum die Schadensstufe zwei. Der Schädigungsgrad beträgt zwischen 25 und 60 Prozent. Der Vitalitätszustand wird als "gerade noch ausreichend" eingeschätzt. Noch hat der Baum weder Pilze noch Längs- oder Querrisse. Die Grundsicherheit wurde mit 770 Prozent bewertet. Durch den Sturmschaden ist die Grundsicherheit in einer Höhe von elf Metern auf 140 bis 97 Prozent gesunken. Der Baumgutachter empfiehlt deshalb einen starken Kronenrückschnitt um drei bis fünf Meter in der Höhe und zwei bis vier Meter in der Breite zur Entlastung des Baumes. "Das Baumsterben wird sich nicht aufhalten lassen", resümiert der Fachmann gegenüber MOZ. "Doch das kann noch eine halbe Ewigkeit dauern."

Der Fällantrag stieß bei den Zechinern nicht auf Begeisterung. Carmen Lexow erinnerte daran, dass die Eiche einst Mittelpunkt eines der schönsten Treffpunkte von Zechin war. Mit dem Baum, der als "Friedenseiche" mit der Nummer 9 in der Kreisnaturdenkmalliste verzeichnet ist, verbinden viele Zechiner schöne Erinnerungen. Die Gemeindevertreter sprachen sich dafür aus, den empfohlenen Kronenrückschnitt zu wählen und das Umfeld schön zu gestalten. Nach fünf Jahren soll eine erneute Prüfung erfolgen.

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