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Bündnisgrüne Bundestagsabgeordnete besucht mit Rehfelde eine der wenigen Kommunen, die alternative Wege beschreiten

Auf Sommertour zu Energiewende lokal

Das war unser erstes Projekt: Helmut Grützbach (2. v. l.) zeigt Annalena Baerbock von der Schule aus die Photovoltaikanlage am Turnhallendach (l. Jan Sommer, r. Jens Lemme).
Das war unser erstes Projekt: Helmut Grützbach (2. v. l.) zeigt Annalena Baerbock von der Schule aus die Photovoltaikanlage am Turnhallendach (l. Jan Sommer, r. Jens Lemme). © Foto: MOZ/Gabriele Rataj
Gabriele Rataj / 21.07.2016, 06:44 Uhr
Rehfelde (MOZ) Zu einem Informationsbesuch weilte jetzt die klimapolitische Sprecherin der Bündnisgrünen im Bundestag, Annalena Baerbock, im Rahmen ihrer Sommertour bei der Genossenschaft Rehfelde-EigenEnergie (REE) in Rehfelde.

Der Zeitpunkt für den Besuch bei den Genossenschaftlern von Rehfelde-EigenEnergie (REE) konnte für Annalena Baerbock nicht passender gewählt sein. Ist doch wenige Tage zuvor im Bundestag die Novelle des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) verabschiedet worden.

Jene, die sich wie die Kommune Rehfelde und die Genossenschaft, in der sie Mitglied ist, auf den Weg gemacht haben, Energieversorgung schrittweise in eigene Hände zu nehmen und diese verträglich für die Bürger zu gestalten, bekommen damit zusätzlich Steine in den Weg gelegt, war der bündnisgrünen Brandenburger Bundestagsabgeordneten klar. Welche konkreten Auswirkungen damit vor Ort verbunden sind, das wollte Annalena Baerbock während des Informationsbesuchs ergründen.

Zunächst aber stellte Bürgermeister Reiner Donath die mittlerweile fast 5000 Einwohner zählende Kommune vor und umriss den eingeschlagenen Weg samt Meilensteinen wie Erstellen eines Energiekonzeptes mit 39 konkret abgeleiteten Maßnahmen für die Gemeinde oder dem Agieren eines angestellten Energiemanagers seit Jahresbeginn.

Rehfelde wolle 2017 die Modernisierung der Straßenbeleuchtung auf geeignete Leuchtmittel angehen, um damit die CO2-Bilanz weiter zu reduzieren, erläuterte er der klimapolitischen Sprecherin der Bündnisgrünen Schritte. Weitere energetische Maßnahmen würden Schule und Kita betreffen. Und trotz veränderter Gesetzgebung sollen die zwei Bürgerwindkraftanlagen gebaut werden. "Der veränderte Flächennutzungsplan in dem Bereich und der B-Plan sind gerade genehmigt worden", informierte Donath über die am selben Tag in der Amtsverwaltung eingegangenen Behördenentscheidungen.

Helmut Grützbach, REE-Vorstandsmitglied, hatte eine ausführliche Power-Point-Präsenation vorbereitet, die das lokale Modell der Energiewende anschaulich machte und mit Daten vervollständigte, aber auch mit dem Titel "Der lange Weg zum Windrad" unterlegt war.

Und nicht nur dorthin sind in den vergangenen vier Jahren manche Klippen aufgetaucht, nahmen die Rehfelder Vertreter kein Blatt vor den Mund. Erste Pläne für eine Solaranlage neben der Bahn seien im Nichts versiegt. Zweifel und deutlichen Widerstand gebe es zudem von Nichtbefürwortern des EigenEnergie-Weges sowohl in der Gemeindevertretung als auch in den beiden Ortsteilen, die vorrangig vom bereits bestehenden Windpark betroffen sind.

Die Bürger mitzunehmen, sei Anspruch von Beginn an gewesen, wurde Baerbock dargelegt. Die Zahl der begleitenden Informationsveranstaltungen, Vorträge, öffentlichen Berichte und regelmäßigen Info-Briefe nötigte Annalena Baerbock besonders mit Blick auf den Zusatz "bisher alles ehrenamtlich" Anerkennung ab.

Dass sich die geförderte dreijährige Stelle des Energiemanagers bereits auszuwirken beginnt, dafür hatten Donath und Grützbach das Beispiel Modernisierung der Straßenbeleuchtung parat. Zunächst habe man von den Plänen Abstand genommen, weil sie für die Kommune viel zu teuer geworden wären. Jens Lemme aber habe ein Modell vorgelegt, das aus kommunaler Sicht finanzierbar sei.

Rehfelde sei eine der wenigen Kommunen, die sich bislang auf jenen beschwerlichen Weg begeben haben, sagte Annalena Baerbock. Was sie an Erkenntnissen und Sichtweisen von hier mitnehme, "das ist unverzichtbar für meine Arbeit im Bundestag".

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