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Zahlreiche Gäste und programmatische Vielfalt beim Straßentheaterfestival "Tag der deutschen Einsicht" in Buckow

Künftig eine Bühne für jedermann

Plattform für szenische Darbietungen gerade mit politischer Botschaft: Das soll in Zukunft einmal monatlich die zum Festival eröffnete Bürgerbühne sein. Zum Auftakt gab es bissig-satirische Seitenhiebe auf den deutschen und amerikanischen Wahlkampf.
Plattform für szenische Darbietungen gerade mit politischer Botschaft: Das soll in Zukunft einmal monatlich die zum Festival eröffnete Bürgerbühne sein. Zum Auftakt gab es bissig-satirische Seitenhiebe auf den deutschen und amerikanischen Wahlkampf. © Foto: Thomas Berger
Thomas Berger / 22.09.2016, 05:04 Uhr
Buckow (MOZ) Beim "Tag der deutschen Einsicht" ist nicht nur das neue Kulturcafé "Lokal.", sondern auch die Bürgerbühne Buckow offiziell eingeweiht wurden. Zudem wartete das erste Straßenfestival dieser Art mit mehreren Theaterdarbietungen und Livemusik auf.

Einmal monatlich sollen in Zukunft interessierte Buckower, egal ob alteingesessen oder zugezogen, auf der Bürgerbühne Gelegenheit erhalten, sich mit Mitteln des Theaters zu gesellschaftlichen und gerade auch (kommunal-)politischen Themen zu äußern. Was im November verarbeitet werden soll, ist dabei schon klar: Am Rande des Festes wurde unter dem Stichwort "BIG BETT Buckow" an einer Pinnwand um Zukunftsideen für ehemaliges Fontaneheim und Bettenhaus geworben.

Zum offiziellen Auftakt der Bürgerbühne gab es aber erst einmal Wa(h)l-Kampf, inszeniert von einem kleinen Team um Carolin Schönwald, die auch insgesamt gemeinsam mit etlichen Mitstreitern rund um die LegisLative unter dem Dach des Jugendfördervereins die Fäden für die Großveranstaltung in der Hand hielt. Satirische Seitenhiebe gab es nicht nur in Richtung der Müncheberger Nachbarn, die dieser Tage ihr neues Stadtoberhaupt wählen - auch Doubles von Merkel und Trump liefen auf, den Blick drei Jahre voraus bis 2019 lenkend.

Wie viele verschiedene Gesichter Theaterkunst haben kann, das wurde an diesem Tag dem zahlreich erschienenen Publikum vor Augen geführt. Gerade an die Jüngsten richtete sich das Stück "Viele Farben Welt", das vor einem Jahr in Reichenow Premiere hatte und ganz ohne Text auskommt. Unter den vielen Zuschauern waren aber auch etliche Erwachsene. Um Toleranz im weitesten Sinne ging es eigentlich bei allen Darbietungen, darunter dem kleinen Stück, mit dem sich die Gruppe "Rad ab" des Vereins Mittendrin anders (Midria) auf dem "Paradise Beach" am Fuße der Kirchentreppe kurzfristig beteiligte. Das Publikum durfte dabei, mit blauen Müllsäcken das Meeresrauschen darstellend, sogar selbst aktiv werden.

Und während die Buckower Grundschüler noch einmal ihre Inszenierung "Königskind hat immer Recht" rund um die Aufnahme von Flüchtlingen vorstellten, reichten die Plätze im Saal der "Linde" kaum, um all jene aufzunehmen, die sich "Flucht nach vorn" ansehen wollten. Bei ihrer nunmehr dritten Vorstellung nach der Premiere in Reichenow und einem Auftritt im Bliesdorfer Wohnheim spielten die einheimischen und geflüchteten Jugendlichen diesmal sehr viel befreiter und selbstsicherer auf, wagten auch bei der Mischung aus Theater und Akrobatik noch manches mehr an artistischen Elementen als bisher, wie auch die Betreuer Anja Häusser, Achim Scheffler und Mario Paolini anerkennend feststellten.

Ein Zeichen setzen für Vielfalt und tolerantes Miteinander, ganz unabhängig von Herkunft, persönlicher Vorgeschichte, Alter und anderen Aspekten - das war eine zentrale Botschaft des Tages. Bunt, mitunter beinahe etwas schrill und schräg ging es dabei zu. Zahlreich waren die Mitmach-Angebote für Kinder, die sich auch an der Graffitiwand auslassen konnten, ebenfalls eine kurzfristige Ergänzung waren die Straßenmusiker aus Alt Rosenthal, die zwischendurch am Fuße der Kirchentreppe aufspielten. Andere Klänge waren noch bis in den späten Abend zu vernehmen, als auf der Hauptbühne die Berliner Gruppe Yukazu für ausgelassene Stimmung sorgte. Unmittelbar zuvor war noch einmal auf die offizielle Eröffnung des "Lokal." angestoßen worden. Das Kulturcafé ist abseits des gelungenen Festspektakels auf dem vorderen Teil der Königstraße eine ständige Anlauf- und Begegnungsstätte für Jung und Alt. Ein Raum für kreative Inhalte, wo vermutlich schon bald wieder an neuen Ideen gebastelt werden wird.

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