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Singen für Kinderträume

Rita Seyfert / 10.10.2016, 19:18 Uhr
Oranienburg (OGA) In seinen Frack muss der zehnjährige Joey Naujokat noch hineinwachsen. Dafür traut sich der Junge aus Sommerfeld aber schon an die ganz großen Lieder von Max Raabe heran. "Küssen kann man nicht alleine", schmetterte der Fünftklässler beim vierten Benefizkonzert der Oranienburger Schloßmusik am Sonntag in der Orangerie ins Mikrofon - und eroberte das Publikum im Sturm.

Seine Leidenschaft für das Singen entdeckte Joey Naujokat schon als Siebenjähriger. "Er singt, seitdem er ein Handy hat", verrät sein Vater. Sein großes Vorbild ist Max Raabe. Über den deutschen Sänger habe er einen Fernsehbericht gesehen. Nun trillere er seine Songs sogar unter der Dusche. Wenn Joey Naujokat nicht singt, dann treibt er Sport - besonders die Leichtathletik macht ihm Spaß. Nur vor Konzerten übe er professionell mit Ronny Heinrich, mit dessen Funktionen sich ganze Wände tapezieren ließen: Der Leiter der Hennigsdorfer Musikschule und Gründer der Oranienburger Schloßmusik engagiert sich mit seinem Benefizkonzert auch für die Bürgerstiftung, um jungen, musikalischen Talenten und kleinen Sportskanonen eine Chance zu geben.

Denn längst nicht alle Kinder können ihre Talente so frei entwickeln wie Joey. Oft hapert es am Geld. Musikschulen, Sportvereine und Zeichenzirkel kosten Beiträge, die sich Alleinerziehende oder einkommensschwache Familien oft nicht leisten können. Ronny Schmidt, der Vorstandsvorsitzende der Bürgerstiftung Oranienburg, erkannte das Problem. "Es ist schade, wenn ein Kind aus dem Verein austritt, weil das Geld nicht da ist." Oft stecke verschämte Armut dahinter. Es seien diejenigen, die nicht zum Amt gehen und keine reiche Oma haben, so Schmidt.

Um Kinderträume dennoch zu ermöglichen, gründete die Bürgerstiftung das gleichnamige Projekt. Die Verantwortliche Ramona Schulze spricht Sport-Organisationen und Arbeitsgemeinschaften für Kinder gezielt an. "Die Vereine sollen wissen, dass es uns gibt", sagt sie. Mit dem Projekt "Kinderträume" sollen pädagogisch sinnvolle Freizeitveranstaltungen gefördert werden. Oranienburger Eltern von Kindern und Jugendlichen bis zur 13. Klasse können Zuschüsse beantragen. Finanziert werden Kursgelder für ein Kalenderjahr, aber auch einmalige Projekte wie Trainingslager. Die Bürgerstiftung unterstützt aktuell 23 Kinder mit einer Gesamtsumme vom 5 500 Euro. Die durchschnittliche Fördersumme beträgt etwa 200 Euro pro Kind. Je nach individueller Situation zahlen Eltern einen Eigenanteil von etwa 20 Prozent.

Nach dem nahezu ausverkauften Benefizkonzert der Oranienburger Schloßmusik darf sich die Bürgerstiftung wieder über eine größere Spende freuen. Kathrin Weise, Mitarbeiterin der Tourismus und Kultur Oranienburg gGmbH, die das Konzert ausrichtete, kam auf einen stolzen Betrag von etwa 1 000 Euro. Pro Eintrittskarte gingen fünf Euro in den Spendentopf.

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