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Flüchtlingsfrauen verschaffen sich Gehör

Offener Halbkreis: Um die Mittagszeit zogen rund 40 Frauen vor die Landkreisverwaltung in Oranienburg, um gegen die Abschiebungen und die Ausländerbehörde zu protestieren.
Offener Halbkreis: Um die Mittagszeit zogen rund 40 Frauen vor die Landkreisverwaltung in Oranienburg, um gegen die Abschiebungen und die Ausländerbehörde zu protestieren. © Foto: Burkhard Keeve/OGA
Burkhard Keeve / 25.11.2016, 20:31 Uhr
Oberhavel (OGA) Zwei Stunden lang verschafften sich am Freitag in Oranienburg rund 40 geflüchtete Frauen aus Heimen in Brandenburg und Berlin deutlich Gehör für ihre Belange. Am Internationale Tag gegen Gewalt gegen Frauen zogen sie vor das Landratsamt, spannten ihre bunten Transparente auf und machten auf Französisch, Englisch und Deutsch auf Gewalt gegen Flüchtlinge aufmerksam. "Anlass ist unsere Empörung über massive und brutale Abschiebungen der Oranienburger Ausländerbehörde", sagte eine Flüchtlingsfrau. Mit dieser Kundgebung wollen sie "ein klares Zeichen" an die Ausländerbehörde richten. "Wir sind alles Menschen. Wir haben ständig und überall Angst." Unter dem Motto "let's get loud" machten die Demonstrantinnen lautstark auf sich und ihre Forderungen wie "Keine Gewalt gegen Flüchtlinge" und "Stopp Abschiebung" aufmerksam.Auf Handzetteln, die am Freitag in Oranienburg an Passanten verteilten wurden, berichteten die Organisatoren der Kundgebung in Oranienburg - der Flüchtlingsrat Brandenburg sowie die Gruppen "Women in Exile" und Flumico (Flucht und Migration Cottbus) - über einen "brutalen" Abschiebeversuch einer Afrikanerin, die seit 2012 im Asylheim in Stolpe lebt.

Aus der Kreisverwaltung heißt es zu dem Fall. "Wenn jemand ausreisepflichtig ist, müssen wir das umsetzen", unter Umständen auch mit Zwangsmaßnahmen, so verlange es die Gesetzgebung, sagte Kreissprecher Ronny Wappler am Freitag.

Die Organisatoren beklagten die negativen Auswirkungen, die die "aktuellen Asylrechtsverschärfungen und ihre restriktiven Umsetzungen" in den Ausländerbehörden wie in Oberhavel hätten.

In diesem Jahr wurden im Landkreis Oberhavel bislang 123 Rückführungen von Geflüchteten registriert, 68 haben Oberhavel nach Aufforderung verlassen, 38 wurden mit Unterstützung der Polizei abgeschoben, 17 verließen den Kreis nach dem Dublinverfahren. Im vergangenen Jahr gab es 280 Ausreisen nach Aufforderung, 37 Abschiebungen und weniger als zehn Geflüchtete mussten zurück in das erste europäische Land, in das sie auf ihrer Flucht registriert wurden.

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