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Für einen öffentlichen Fuchsbau-Bunker in Petersdorf

lötsch / 10.09.2008, 09:13 Uhr
Bad Saarow/Fürstenwalde () Die Gemeinde Bad Saarow setzt sich dafür ein, dass der Bunkeranlage Fuchsbau weiter öffentlich zugänglich bleibt und gemeinnützig betrieben wird. Wie berichtet, soll der Fuchsbau verkauft werden.

Interessenten haben sich schon gemeldet, sogar die ersten Angebote seien eingegangen, sagt ein Mitarbeiter der Cottbusser Außenstelle des Bundesamtes für Immobilienaufgaben (Bima). Die Behörde will die ehemals militärisch genutzte und weit verzweigte Bunkeranlage Fuchsbau zwischen Fürstenwalde und Petersdorf verkaufen. Bis zum 30. September können noch Angebote abgegeben werden. 1,2 Millionen Euro will die Behörde für den Bunker und ein großes Waldstück. Ein Zuschlag könnte schnell erteilt werden, sagt der Mitarbeiter. Haben mehrere Bieter ein ähnliches Angebot abgegeben, zieht sich die Prozedur aber in die Länge.

Unabhängig davon können die Vorstellungen des Bundes auch noch durchkreuzt werden. Denn gegen den Verkauf regt sich Widerstand. Die Interessengemeinschaft Bunker Fuchsbau, die in mühseliger Arbeit den Bunker wieder zugänglich gemacht hat und Führungen anbietet, fürchtet, dass ihre Arbeit umsonst war. Denn die komplette Anlage, deren Anfänge in die Nazi-Zeit zurückreichen, ist zwar als technisches Denkmal deklariert. Ein neuer Eigentümer dürfte die Bausubstanz nicht einfach beseitigen. Über eine Nutzung ist aber nichts ausgesagt. Da setzt nun die Interessensgemeinschaft an und hat inzwischen Verbündete gefunden.

Auf ihrer Sitzung haben die Gemeindevertreter von Bad Saarow jüngst beschlossen, dass die Bima die öffentliche Nutzung und die Zugänglichkeit des Denkmals sichern soll. Darüber hinaus soll geprüft werden, "inwieweit eine Regelung durch die Gemeinde getroffen werden kann, die über den Schutz als Denkmal hinausgeht, insbesondere zur Sicherung der Gemeinnützlichkeit des Denkmals im Sinne einer musealen Einrichtung." Zunächst hatte die Amtsverwaltung der Gemeindevertretung vorgeschlagen, eine Erhaltungssatzung zu erlassen. Allerdings hätte dies nicht zum gewünschten Ziel geführt. Deshalb wird nach einer anderen Lösung gesucht. Trotzdem soll mit dem Beschluss ein schnelles Signal gesetzt werden, sagte Amtsdirektor Carsten Krappmann. Gleichzeitig wird auch die Arbeit der Interessensgemeinschaft gewürdigt.

Der Schutz-Status des Bunker sage nichts über eine Nutzung aus, erläuterte Wolfgang Thiede von der Interessengemeinschaft noch einmal den entscheidenden Punkt. "Wir wollen die Gemeinnützigkeit", so Thiede. Dann sei klar, was mit den Einnahmen passiert. "Das Denkmal läuft in diesem Jahr kostendeckend", so Thiede. "Im nächsten Jahr rechnen wir mit einem Überschuss. Der soll wieder in das Denkmal fließen."

Auch Bürgermeisterin Gerlinde Stobrawa sprach sich dafür aus, für die Gemeinnützigkeit einzutreten. Bei zwei Besuchen hatte sie sich von der Arbeit der Interessengemeinschaft überzeugt. Selbst Parteikollege Lothar Bisky, Bundeschef der Partei Die Linke, setzte sich für den gemeinnützigen Erhalt des Bunkers eins. Dort befand sich vor der Wende der zentrale Gefechtsstand der Truppen des Warschauer Paktes.

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