Andreas Gagel sprach von einer monatlichen Mehrbelastung für die Mehrzahl der Kunden von ein bis zwei Euro \u2013 je nach Verbrauch. In diesen Tagen erhalten alle Kunden Briefe, in denen die Erhöhung dargestellt und begründet wird.
Das tat Andreas Gagel am Mittwoch auch anschaulich vor Vertretern der Wirtschaft, Verwaltung, Stadtverordneten und anderen Gästen, darunter Bürgermeister Hans Peter Thierfeld. Er stellte dar, wie Personal-, Sach- und kapitalgebundene Kosten innerhalb der vergangenen zehn Jahren moderat reduziert worden seien, während sich die Materialkosten \u2013 also Brennstoff und Strom \u2013 \u201Efast verdoppelt\u201C hätten. Ein Cent weniger für die Kilowattstunde Strom erfordere 650 000 Euro an Einsparungen. Bei Wärme seien es noch deutlich mehr. Gagels Schlussfolgerung: \u201EDas ist nicht zu bewerkstelligen.\u201C Auf lediglich 0,05 und 0,1 Cent bezifferte er den Einfluss seines Unternehmens auf die Preisgestaltung bei Wärme beziehungsweise Strom.
Ähnlich hatte sich zuvor Peter Beyer von der EWE AG geäußert. Die erschlossenen Öl-Reserven reichten noch
43 Jahre, bei Gas 65 und bei Braunkohle 198 Jahre. Angesichts des immensen Energiebedarfs gerade von Indien und China würden die Preise weiter steigen. Auch die EWE werde um Preisanhebungen nicht herumkommen.
Der Düsseldorfer Unternehmensberater Robert Buff forderte vor dem Hintergrund dieser Entwicklung die Energieversorger auf, ihr Profil zu ändern. Er sprach von \u201EChancen für neue Wachstumsfelder\u201C. So könnten die Stadtwerke sich auch um die Stadtbeleuchtung und Gastankstellen kümmern, deren Zahl deutlich ansteigen werde. Buff sieht die Zukunft der Stadtwerke als Energiedienstleister, der im ganzen Landkreis tätig ist. Immer wieder machte dabei das Wort von der Energie-Effizienz die Runde. Eben dadurch könne der Bürger mehr im Geldbeutel behalten.
Genau dort hakte Hartmut Ehrlich in der Debatte ein. \u201EIn unseren Häusern haben wir auf diesem Gebiet in der Vergangenheit viel getan\u201C, so der Geschäftsführer der Strausberger Wohnungsbaugesellschaft. Nun müssten die Mieter ihr Verbraucherverhalten ändern. Dazu sei eine verbesserte Aufklärung nötig. Bauausschussvorsitzender Andreas Fuchs erinnerte an Überlegungen, einen städtischen Energieberater einzustellen, der von Kita über Schulen und Verwaltung auch für die Bürger tätig sein könnte.
Andreas Gagel kündigte für die kommenden zwei bis drei Jahre die Erarbeitung eines neuen Energiekonzepts an.