Die Ergebnisse wurden am Donnerstag auf der Sitzung des Nationalpark-Kuratoriums vorgestellt. Studenten der Hochschule hatten von Oktober 2013 an 20 über das Jahr verteilten Tagen eine repräsentative Umfrage durchgeführt und mehr als 4800 Besucher zu exakt den gleichen Fragen und mit der gleichen Methodik interviewt, wie schon vor fünf Jahren. Der Nationalpark Unteres Odertal ist der erste deutsche Nationalpark, der nun über so einen Datenvergleich verfügt.
Die Ergebnisse sind zum Teil erstaunlich. Bewohner der Region sind 2013/2014 deutlich weniger im Nationalpark angetroffen worden als noch 2007/2008. Auch die Zahl der Tagestouristen nahm ab. Kurzeittouristen, die zum Beispiel übers Wochenende blieben, gab es jedoch 6000 mehr, Langzeittouristen rund 2000 mehr. Den Umsatz, der durch Besucher im Nationalpark generiert wurde, bezifferte Professor Hartmut Rein von der Hochschule für nachhaltige Entwicklung auf rund eine Million Euro. Die Gäste gaben demnach 18 Prozent mehr Geld aus als vor fünf Jahren. Bei Übernachtungsgästen sind es durchschnittlich 48,30 Euro pro Kopf und Tag, bei Tagestouristen 8,70 Euro.
Den größten Anteil an der positiven Entwicklung hätten laut der Studie Nationalpark-Besucher im engeren Sinne. Als solche bezeichnet werden Besucher, die genau wegen des Nationalparks, also seiner unverbauten Landschaft, seiner Natur, der Möglichkeit, hier zu wandern, Fahrrad zu fahren oder zu entspannen, gekommen sind. Ihr Anteil an der Gesamtzahl der Besucher soll in den letzten fünf Jahren deutlich auf 39 Prozent gestiegen sein.
Zugenommen hat laut der Studie auch die Zahl der Wiederkehrer. Nahezu 99 Prozent der Gäste empfehlen den Nationalpark als touristisches Ziel weiter. Es gibt mehr Radtourismus, weniger Anreisen mit Pkw. Kritisiert von den Gästen wurde das gastronomische Angebot, fehlende oder zu wenig Rastplätze, Bänke, Beschilderungen, Infotafeln und Einkaufsmöglichkeiten.
Den Kuratoriumsmitgliedern wurde außerdem die vom PCK geförderte Werbung "20 Jahre Nationalpark" auf sechs Bussen der UVG vorgestellt.