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Warnen und Drohen

Günther Marx
Günther Marx © Foto: MOZ
05.01.2012, 18:45 Uhr
(MOZ) Warnt er nur davor oder droht er damit? Die Beobachter sind sich nicht ganz einig darüber, wie die Worte von Ministerpräsident Papademos zu interpretieren sind. Klar ist, dass Griechenland eine neue Überweisung der EU benötigt, um flüssig zu bleiben. Und ebenso klar ist, dass die EU dafür weitere Kürzungen im griechischen Staatsbudget sehen will, die im Land auf heftigen Widerstand stoßen.

Kommt es zu keiner Einigung, ist die Staatspleite unausweichlich. Soviel zum warnenden Charakter der Papademos-Äußerungen. Zugleich jedoch hält er beiden Verhandlungspartnern, den Gewerkschaften zu Hause und der Troika aus EU, Europäischer Zentralbank und Internationalem Währungsfonds, das Erwartbare drohend vor Augen.

Dies wäre, was immer über die Lenkbarkeit eines solchen Prozesses gesagt und über die angeblich befreiende Rückkehr zur Drachme phantasiert wird, ein unkontrollierbarer Zusammenbruch - und zwar im umfassendsten Sinne; mit Auswirkungen, die nicht auf Griechenland beschränkt blieben. Das Drama der Griechen ist, dass sie über das, was zu tun ist, keinen Konsens finden.

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Frankura 05.01.2012 - 20:41:10

normale Entwicklung

Papademos sitzt halt zwischen den Stühlen. Auf der einen Seite die Banken, die ihre "Kapitalprodukte" (leistungslose Kapitaleinkünfte) um jeden Preis erhalten haben möchten und auf der anderen Seite, die Mehrheit der Bevölkerung (dummerweise die Wähler) die dafür zur Kasse gebeten werden und dadurch immer mehr in die Armut gerät. Interessanterweise wird über die wachsende Armut in Griechenland in den "Qualitätsmedien" nur sehr sporadisch berichtet. Es ist der Weg den die ganze EU gehen wird und also auch Deutschland blüht. Die Leute können schon mal sehen was beim „Schuldenstopp“ geschieht: Rezession! Ohne Aufschuldung wird eben nicht investiert.

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