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Griechische Krankheit

Günther Marx
Günther Marx © Foto: MOZ
Günther Marx / 05.12.2012, 19:36 Uhr
(MOZ) Griechenland kommt aus den schlechten Schlagzeilen nicht heraus. Politik und Gesellschaft tun sich nicht nur überaus schwer, einen Ausweg aus der wirtschaftlichen Misere zu finden – und zwar einen Ausweg, der nicht von außen aufgedrückt wird. Jetzt zeigt sich: Die alten Gewohnheiten, die zum Teil die Krise mitverursacht haben, finden noch immer weite Verbreitung.

In der Rangliste der korrupten Länder ist Athen sogar noch weiter abgerutscht und nimmt den europäischen Spitzenplatz ein. Um einigermaßen fair zu sein, ist einzuräumen, dass an dieser negativen Dynamik auch die Krise selbst ihren Anteil hat. Wo Löhne und Gehälter schmelzen, wächst die Neigung zum illegalen Nebenverdienst, insbesondere, wo es um Dienstleistungen geht.

Aber es hilft ja nichts: Das Zahlen von Bakschisch mag gewisse Dinge am Laufen halten. Dem Aufbau eines ordentlichen Staatswesens ist es hinderlich. Wie sollen die griechischen Verhältnisse gesunden, wenn noch immer Renten an längst Verstorbene ausbezahlt werden oder Behindertenunterstützung an angeblich Blinde oder wenn Geld fließt, damit Steuern nicht eingezogen werden?

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Hans Große 06.12.2012 - 09:43:43

Geld arbeitet nicht

Hätten die Griechen deutsche Steuereintreibungsverhältnisse ginge es ihnen noch schlechter. Der Staat würde mit ihren Steuergeldern noch mehr die Banken und damit die Sparguthaben füttern und im Geldkreislauf würde noch weniger umlaufen. Nun kann es gewiss nicht sein Steuerhinterziehung gut zu heißen. Der Staat sollte normalerweise möglichst wenige Steuern zum Steuern der Gesellschaft brauchen. Die Leute sollten ihr erarbeitetes Geld selbst einteilen können. Dafür muss es ihnen aber auch bleiben. Es kann jedoch nicht sein, dass der Staat die Banken in ihrer desaströsen Wirtschaftsweise unterstützt, indem ihnen mit Steuermitteln aus der Patsche geholfen wird. Wer spekuliert und zu hoch pokert muss auf die Schnauze fallen, sonst wird sich an der Verhaltensweise nichts ändern. So ist das aber steuerfinanzierte Insolvenzverschleppung! Der Staat oder die Staaten haben ja dabei mitgeholfen, dass die Banken zu hohe Zinsforderungen überhaupt realisieren konnten, indem sie ihnen ihre Kredite abgekauft hatten wenn die Konjunktur mal nicht so lief, also zu wenig Kredite nachgefragt wurden. Das ist eben falsch! Es ist doch logisch dass die Verschuldung in der Volkswirtschaft stetig steigen muss, wenn die durchschnittlichen Renditeforderungen bei Krediten das Mehrfache des möglichen Wirtschaftswachstums übersteigen. Da muss man doch mal ansetzen und den Banken und ihren Eigentümern mitteilen, dass sie sich langfristig gesehen damit selbst ins Fleisch schneiden und viele Kredite irgendwann eben abschreiben müssen. Dass dabei viele Spargroschen der kleinen Leute mit dran glauben müssen ist tragisch. Vielleicht kommen dann die Leute endlich auf den Trichter, dass das Geld was sie per anno als Zinsgutschrift großzügig von den Banken überwiesen bekommen, auch erarbeitet werden muss.

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