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Begrenztes Risiko

Stefan Kegel
Stefan Kegel © Foto: MOZ/Dietmar Horn
Stefan Kegel / 28.02.2013, 18:39 Uhr
(MOZ) Banker-Boni sind keine leistungsgerechten Bezahlungen. Das sind oftmals Exzesse. Und ebenso exzessive Folgen hatten sie auch. Man denke nur an die Spekulationsskandale bei den Banken UBS oder Societé Générale. Wer dafür bezahlt wird, möglichst schnell einen hohen Gewinn zu erzeugen, wird bereit sein, Risiken einzugehen. Die muss auf lange Sicht im besten Fall seine Bank ausbaden. Im schlechtesten Fall der Steuerzahler.

Und genau das ist auch der Zusammenhang zur Politik. Denn wenn sich der Staat auch sonst aus der Gehaltsgestaltung in Wirtschaftsunternehmen heraushält, hat er als letztendlich haftende Gemeinschaft die Pflicht, Fehlanreize zu verhindern. Gut, dass die Europäische Union vorangeht.

Europas Banken werden - übrigens auch mit ihren Filialen im Ausland - umdenken müssen. So werden die Grundgehälter der Investment-Banker wohl steigen müssen, wenn man sie halten will. Denn im konkurrierenden Ausland gehen die Exzesse unvermindert weiter. Auch wenn das Monster Finanzmarkt noch lange nicht gezähmt ist. Die EU hat es immerhin an eine lange, immer noch zu lange, Leine genommen.

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Economy Dragon 01.03.2013 - 18:54:33

Staatsgeheimnis Bankenrettung

50 Milliarden Euro in Griechenland, 70 Milliarden Euro in Irland, 40 Milliarden Euro in Spanien - ein Eurostaat nach dem anderen sieht sich gezwungen, seine Banken mit gigantischen Summen zu stützen, um damit die Verluste auszugleichen, die den Geldhäusern aus faulen Krediten entstanden sind. Aber wohin gehen die Milliarden eigentlich? Wer sind die Begünstigten? Mit dieser einfachen Frage reist der preisgekrönte Wirtschaftsjournalist und Sachbuchautor Harald Schumann quer durch Europa und bekommt verblüffende Antworten. Die Geretteten sitzen - anders als häufig vermittelt und von vielen angenommen wird - nicht in den ärmeren Eurostaaten, sondern hauptsächlich in Deutschland und Frankreich. Ein großer Teil des Geldes landet nämlich bei den Gläubigern der Banken, die gerettet werden wollen oder müssen. Und obwohl diese Anleger offenkundig schlecht investiert haben, werden sie - entgegen aller Logik der freien Marktwirtschaft - auf Kosten der Allgemeinheit vor jeglichen Verlusten geschützt. Warum ist das so? Wer bekommt das Geld? Eigentlich simple Fragen, die aber den Kern der europäischen Identität berühren. Harald Schumann gelingt es auf seine eigene, unnachahmliche Weise, dieses komplizierte Thema jedermann verständlich zu machen. Und er vertritt ebenso kenntnisreich wie beherzt seine Meinung. "Staatsgeheimnis Bankenrettung" ist der leidenschaftlichste Film, der je zur Bankenkrise gemacht wurde. http://videos.arte.tv/de/videos/staatsgeheimnis-bankenrettung--7340782.html

Tja ... 01.03.2013 - 10:54:48

@Hans Jenner:

Warum gilt das Verursacherprinzip bei Politikern nicht? Und warum nicht bei Spitzenmanagern, die ganze Unternehmen an die Wand gefahren haben? Ist doch alles eine Tunke.

Hans Jenner 01.03.2013 - 10:48:28

Der eigentliche Skandal ist ein anderer.

Banken sollten wie andere Wirtschaftsunternehmen behandelt werden. Wenn sie falsch wirtschaften sollten sie im schlimmsten Fall Insolvenz anmelden müssen. Nur diese Erziehungsmaßnahme würde Wirkung zeigen. Bei Banker wie auch bei ihren Kunden, die zukünftig vorsichtiger mit Renditeforderungen sein würden. Warum gilt das Verursacherprinzip ausgerechnet bei Banken nicht? Weil "Bankberater" bei Merkel und co. auf dem Schoß sitzen und sogar Gesetze mit verfassen! Das ist ja der Skandal! Solange das so ist dürfen wir die Renditen mit unseren Steuergeldern absichern. Was Sie meinen sind doch nur Beruhigungspillen für die Leute. Die Bankster finden schon Mittel die Bonis auf anderem Weg den besonders fleißigen Spekulanten zukommen zu lassen. Warum sollten die nicht einfach mal einige Zeit lang dafür die Gehälter erhöhen? Mittel gibt es immer wieder. Man muss diesen Sumpf aufheben und zwar vollständig! Die Zeit wir kommen!

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