Das Nachrichtenportal für Brandenburg
Startseite Märkische Onlinezeitung - MOZ.de

Der ermutigende Schritt der Angelina Jolie

Claudia Seiring
Claudia Seiring © Foto: Dirk Mahler
Claudia Seiring / 14.05.2013, 18:48 Uhr
(MOZ) Meine medizinische Entscheidung - My Medical Choice" ist der Artikel von Angelina Jolie in der "New York Times" überschrieben, in dem sie ihre Brustamputation jetzt öffentlich gemacht hat. Ausführlich erläutert die 37-Jährige darin die Gründe für ihren Entschluss, das monatelange Prozedere und die Reaktion ihrer Familie. Es ist ein mutiger Schritt, den die Schauspielerin geht. Mutig und stark - denn es gibt keine Frau auf dieser Welt, die sich eine solche Entscheidung leicht macht.

Wer Mutter, Großmütter, Tanten oder Cousinen in jungen Jahren an den Brustkrebs verloren hat, weiß um das eigene Risiko, zu erkranken. Rund sieben Prozent aller Frauen tragen die sogenannten Brustkrebsgene in sich. Nur wer sehr gut verdrängt, hat sich noch nicht mit diesem Thema auseinandergesetzt, hat noch nicht überlegt, ob eine Totalamputation der bessere Weg ist. Denn das Risiko, Brustkrebs zu bekommen, ist gegenüber "normalen" Frauen stark erhöht: 70 bis 80 Prozent derer, bei denen die mutierten Gene nachgewiesen wurden, erkranken irgendwann in ihrem Leben. Angelina Jolie, Mutter von sechs Kindern, wollte es nicht so weit kommen lassen.

Dass sie ihren Schritt öffentlich gemacht hat, wird nur Schandmäuler und Böswillige auf dumme Ideen bringen. Sie selber begründet ihre Offenheit mit dem Wunsch, andere Frauen könnten von ihrer Erfahrung profitieren. "Krebs" sei immer noch ein Wort, das Angst mache und ein tiefes Gefühl der Machtlosigkeit auslöse, schreibt sie. Doch angesichts der medizinischen Möglichkeiten sei es heutzutage kein Problem mehr, mittels eines Bluttests herauszufinden, wie stark die potenzielle eigene Gefährdung ist. Und danach zu handeln.

Natürlich ist das für eine Frau, die finanziell ausgesorgt hat, leicht zu sagen. Der Test ist teuer, eine Totalamputation auch. Krankenkassen übernehmen die Kosten nicht einfach, die Betroffenen - sowieso schon in einer Extremsituation - müssen darum kämpfen. Und so lässt sich aus dem Bekenntnis Jolies auch der Schluss ziehen, dass den betroffenen Frauen unkompliziert geholfen, ihre Lage erleichtert und nicht noch zusätzlich belastet werden muss. Das Leben, so Jolie, stellt uns vor viele Herausforderungen. Sie meint, wir sollten keine Angst vor denen haben, die wir angehen können.

Schlagwörter

Leserforum

Um einen Kommentar zu schreiben, melden Sie sich bitte oben rechts an. Falls Sie noch keinen Login haben, registrieren Sie sich bitte.

Alle Leserkommentare geben ausschließlich die persönlichen Ansichten und Meinungen des Autors wieder und sind keine redaktionelle Meinungsäußerung. Für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Inhalte übernimmt die Redaktion keinerlei Gewähr.

Ihr Kommentar zum Thema

Kommentartitel
Name
(öffentlich sichtbar)
Email
(wird nicht veröffentlicht)
(Ihr Name wird auch in der Zeitung veröffentlicht. Die Adresse wird nicht veröffentlicht.)
© 2019 MOZ.de Märkisches Medienhaus GmbH & Co. KG