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Ein Rätsel

Günther Marx
Günther Marx © Foto: MOZ
Günther Marx / 07.11.2013, 18:16 Uhr
(MOZ) Im verschwörungssüchtigen Nahen Osten ist die Angelegenheit eh seit Jahren klar. Am Tode Arafats kann nur Israel schuld sein. Insofern werden in den einschlägigen Kreisen die nunmehr veröffentlichten Untersuchungen, die einen Giftmord nahelegen, nur als Bestätigung einer alten Gewissheit aufgenommen. Wobei die Frage offen bleibt, warum die Israelis dies getan haben sollten. Sie hatten Arafat solange im Visier, ohne abzudrücken, dass sich nicht erschließen will, warum sie einem alten Mann jenseits seines Zenits noch nach dem Leben trachten sollten. Er saß ja in Ramallah unter ihrer Kontrolle. Das Kapitel Arafat war doch schon fast vorbei.

Gerne wird in diesem Zusammenhang auch auf die innerpalästinensischen Kabalen verwiesen; natürlich nicht von arabischer Seite. Dabei geht es um Macht und Einfluss und oft auch um viel Geld in dunklen Kanälen. Arafat hat zeitlebens ein sehr persönliches Regiment geführt, das alles kannte und fortwährend produzierte, was menschenmöglich war - von unbedingter Loyalität über Feindschaft, Hass, Verrat und Rache. Die aktuellen Dramen von Damaskus bis Kairo sind dafür eine gute Illustration. Bewiesen ist mit solchen Überlegungen rein gar nichts, weder in der einen noch der anderen Richtung. Und vermutlich wird es dabei bleiben.

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Beweisen Kairo Giftmord Ramallah Rätsel

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Klaus Klar 11.11.2013 - 22:43:20

EVV

EVV glaubt so gern den Propagandalügen. Seit 1990 wird behauptet, dass der Iran in wenigen Jahren die Atombombe haben will. Wenn die wenigen Jahre um sind, wird behauptet: aber jetzt wird der Iran in wenigen Jahren die Atombombe haben usw. usw. So geht das nun schon 30 Jahre. Aber warum, EVV, ist der Iran dem Atomwaffensperrvertrag beigetreten, verpflichtet sich zum freiwilligen Verzicht, wenn er eigentlich die Atombombe haben will? Er könnte es in diesem Falle doch wie Israel machen: nicht beitreten, die Atombombe bauen und es passiert ihm nichts. Siehe Israel! Oder glaubt EVV, dass Israel anders behandelt wird als der Iran?. Das wäre jetzt aber eine Verschwörungstheorie. Ein Fall für EVV, dem ist keine zu albern.

Euer Verschwörungsverschwörer 11.11.2013 - 13:26:29

Dummes Geschwätz. Aha

Hier zwei ganz heisse Verschwörungstheorien. Die Palisenänsistiner haben das Poloniumpulver aus dem freundlichen Muslim Staat Iran, das gibt es dort bestimmt nicht in der Apotheke. Aber immerhin sind die Muslimbrüder und Schwestern seit längerem dabei eine A Waffe zu bauen um die Zionisten in die Steinzeit und von der Klagemauer zu bomben. Vielleicht sind es ja auch die Russen, die diesen paalestiniesischen Arschfart nicht mehr leiden konnten. Also die Russen haben ja nun genug von diesem Zeug. (und die Amis erst)

Beobachter 11.11.2013 - 10:27:11

Polonium ist heimtückisch

Polonium kauft man nun mal nicht in der Apotheke. Israel hat so was und es scheut sich nicht seine Gegner umzubringen. Alle anderen Vermutungen sind dummes Geschwätz.

Klaus Klar 11.11.2013 - 09:30:20

Rassist

Dass die Palistinänser Arafat vergiftet haben, liegt genauso nahe, wie die Möglichkeit, dass es die Israelis waren. Der Grund liegt dann immer in der jeweiligen Interessenlage und nicht darin, dass sie der entsprechenden "Volksgruppe" angehören. Ansonsten bin ich dafür, dass man seine Behauptungen begründet.

Verschwörungsverschwörer 11.11.2013 - 07:45:38

Verschwörungssüchtig

mit der Tendenz dazu nur das zu verstehen, was der Vorkommentator verstehen will. Ersichtlich wird es daraus, dass dem MOZ Kommentator das Wort im Munde umgedreht wird.Es liegt doch Nahe, das Yassir von seinen eigenen Leuten vergiftet wurde. Die ´´Palistininser´´ haben Spass dran, einen Grund mehr zu haben, die Israelis zu verteufeln.

Klaus Klar 11.11.2013 - 00:35:27

Verharmlosung

Ich finde es menschenverachtend, wie der Kommentator die Ermordung eines Menschen als bloße Verschwörungstheorie bagatellisiert. Der Untersuchungsbericht hat erst einmal eindeutig nachgewiesen, dass Arafat durch eine erhöhte Poloniumkonzentration im Körper zu Tode gekommen ist. Nicht mehr und nicht weniger wurde festgestellt. Daraufhin ist es nach den Ansprüchen eines Rechtsstaates nicht nur legitiem, sondern auch angebracht, die Schuld an diesem Tod zu ermitteln. Und natürlich ist es in diesem Zusammenhang berechtigt, nach Interessen und Motivlagen der unterschiedlichsten Seiten zu fragen. Und die Abwertung des Nahen Ostens durch den Kommentator als verschwörungssüchtig, ist für mich eine nicht hinnehmbare, rassistische Äußerung. Der Autor tut so, als sei der Verdacht einer mögliche Beteiligung Israels an der Ermordung Arafats ein Hirngespinst. Die Tatsachen sprechen eine andere Sprache. Es ist unbestreitbart, dass Israel politische Führer der Palisinänser mit ferngelenkten Raketen ermordet. Dabei kommen häufig auch unschuldige Menschen ums Leben. Auch Mordaktionen durch den israelischen Geheimdienst sind nicht unbekannt. Zur Erinnerung, am 25. September 1997 wurde der Anführer der palästinensischen Hamas, Chalid Maschal, Opfer eines Mordanschlags des israelischen Geheimdiensts Mossad. Auftraggeber war der heutige israelische Premierminister Benjamin Netanjahu. Und auch gegen Arafat gab es nachweislich Mordpläne. Im Laufe der 2. Intifada besetzte Israel große Teile der autonomen Palästinensergebiete, über 3000 Palistinänser wurden getötet, die Residenz von Arafat wurde 2 Jahre von israelischen Panzern umzingelt und nahezu zerstört. Arafat stand unter Hausarrest. In dieser Situation, genau am 11. September 2003, fasst die israelische Regierung den Beschluss Arafat zu beseitigen. Am 14. September 2003, ein Jahr vor Arafats Tod hatte der damalige israelische Handelsminister Ehud Olmert sogar gesagt, es sei eine „legitime Option“, ihn zu töten. Ich glaube, es muß im Interesse aller liegen, den Tod Arafats aufzuklären, um falschen Verdächtigungen den Wind aus dem Segel zu nehmen. Das Thema herunterzuspielen, wie es der Kommentator tut, ist dazu kein produktiver Beitrag.

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