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Ratlos und zerstritten

Mathias Puddig
Mathias Puddig © Foto: MOZ/Gerd Markert
Mathias Puddig / 21.09.2014, 19:05 Uhr
(MOZ) Niemals in den vergangenen 50 Jahren hat es auf der Welt so viele Flüchtlinge gebenen wie im Moment. Mehr als 51,2 Millionen Menschen waren laut UNO-Flüchtlingshilfe bis Ende 2013 betroffen, mittlerweile dürfte die Zahl weiter gewachsen sein. Und unter den fünf größten Aufnahmeländern befindet sich kein einziges aus Europa. In Jordanien etwa gibt es Dörfer und Städte, die mehr Flüchtlinge aufnehmen als sie zuvor Einwohner hatten.

Angesichts dieser Zahlen erscheint es unglaublich, wie zerstritten sich die europäische Politik zeigt. Über Monate haben die Italiener nach europäischer Solidarität gerufen. Und wenn Thomas de Maizière diese nun gewähren will, dann nur unter Auflagen. Darüberhinaus verschweigt der Innenminister, dass Deutschland zwar an absoluten Zahlen die meisten Flüchtlinge in Europa beherbergt, dass aber im Verhältnis zur Einwohnerzahl Staaten wie Schweden, Malta und selbst Ungarn wesentlich mehr Menschen Schutz gewähren. Solche Trippelschritte helfen derzeit weder den Flüchtlingen noch den betroffenen Kommunen. Politiker aus der ganzen EU sollten sich auf eine gesamteuropäische Strategie verständigen - und zwar schnell. Denn während sie sich noch den Kopf zerbrechen, geht das Sterben weiter.

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