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zur Bahn-Reform
Mehr Geduld, bitte

Dorothee Torebko
Dorothee Torebko © Foto: MOZ/Josephin Hartwig
Meinung
Dorothee Torebko / 18.01.2019, 08:00 Uhr
(MOZ) Es gibt eine Ressource, von der Menschen heutzutage viel zu wenig haben. Das ist Zeit. Einen Riesen-Zeitfresser erleben Pendler täglich auf Straßen, wenn sie stundenlang im Stau stehen. Dabei gibt es einen Verkehrsträger, der Zeit schenkt: Wer Zug fährt, kann nebenbei arbeiten, lesen, eine Mahlzeit verdrücken. Trotz dieser Vorteile hat die Deutsche Bahn ein so schlechtes Image wie kaum ein Unternehmen. Ihr Chef Lutz hat eine Reform im Sinn. Doch um sie umzusetzen, benötigt er genau jene seltene Ressource.

Weder Verkehrsminister Scheuer noch die Kunden können erwarten, dass innerhalb weniger Monate alles gut wird. Die Baustellen müssen peu á peu abgearbeitet und die Infrastruktur erneuert werden. Die Züge müssen repariert und neue gebaut werden. Überhaupt muss erst einmal Personal da sein, um sie auf die Schiene zu bringen. All das geht nicht – wie Scheuer es fordert – bis zum Sommer. Es bedarf vieler Jahre.

Die Passagiere haben viel Geduld mit der Bahn bewiesen. Und sie werden noch einiges davon aufbringen müssen. Genauso wie die Bundesregierung. Zumindest dann, wenn die Bahn zum nachhaltigen Verkehrsträger Nummer 1 werden soll.

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