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zu Online-Reaktionen auf die Explosion
Komplett geschmacklos

Janet Neiser
Janet Neiser © Foto: Gerrit Freitag
Meinung
Janet Neiser / 09.09.2019, 07:45 Uhr
Eisenhüttenstadt (MOZ) Das Internet – Segen und Fluch zugleich. Das zeigt auch die tödliche Explosion in Eisenhüttenstadt. Sicherlich, das weltweite Netz ist gut, um Informationen zu teilen, um Menschen auf etwas hinzuweisen, die Sperrung der Brücke beispielsweise.

Doch was ist eine Information? Was ist Spekulation? Letztere gab es auch am Sonnabend sofort: Von einem Angler ist da plötzlich die Rede, der wohl Sprengstoff nutzen wollte, um möglichst effektiv zu fischen. Ein anderer weiß plötzlich ganz genau, dass das Explosionsopfer sich selbst Sprengstoff gebastelt habe. Sogar Selbstmordanschläge werden ins Spiel gebracht. Spekulationen über Spekulationen. Die verbreiten sich. Ganz schnell. Total ungefiltert. Was die Polizei dazu sagt, interessiert offenbar keinen. Hauptsache, es ist erst einmal in die Welt posaunt. Noch schlimmer wird es, wenn man sich lustig über die Tragödie macht. Da habe wohl jemand mit E-Zigaretten gespielt, schreibt einer und packt noch lachende Smileys dahinter. Wie widerlich! Solche Kommentatoren gehören bestraft für ihre Geschmacklosigkeit. Wie verroht muss man sein, so etwas zu posten? Da ist jemand gestorben. Und dieser Mensch hat eine Familie und Freunde. Ja, auch für uns Medien ist das Internet eine tägliche Herausforderung. Und genau deshalb ist es so wichtig, verantwortungsbewusst damit umzugehen.

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Paul Müller 09.09.2019 - 20:45:56

Gemach, gemach ...

... früher hatte man sich am Stammtisch in der Kneipe so seine „Informationen“ besorgt, heute surft man halt im Internet herum :) Und damit ich ja keiner Falschinformation zum Opfer falle, gibt es zum Glück ja noch das „Correctiv“ ... die Linksradikalen beschützen quasi meine dunkle Seele vor dem weiteren Abdriften ...

Werner Matzat 09.09.2019 - 17:02:11

Polizei geht von Unfall aus? - warum geschmacklose Online Reaktionen? - Ist es Lüge oder Wahrheit?

Sehr geehrte Redakteurin Janet Neiser, Die Diskussion über die Explosion in den sozialen Medien ist in vollem Gange. Dazu passt dieser ausgezeichnete Hinweis auf die morgige Sendung, bei ARTE TV, um 20:15 Uhr: Propaganda - Wie man Lügen verkauft: Alles Lüge? Übernimmt im postfaktischen Zeitalter die Propaganda die Deutungshoheit? Der vielfach preisgekrönte Dokumentarfilmer Larry Weinstein unternimmt eine Reise in die Kunst zu täuschen und damit Meinungen zu lenken. Und er macht dabei eine beunruhigende Entdeckung: Propaganda und Manipulation sind keine Erfindungen der Neuzeit, sie lassen sich schon in den ersten Höhlenmalereien nachweisen. Quelle: Arte TV - Somit darf, der Bürger, bei dieser Informationspolitik nicht nur nicht, sondern er/sie muss einfach zweifeln ohne weiter zu bemerken, dass dieser Sprachgebrauch alleine schon Zweifel an der aufklärerischen Qualität der Medien Berichterstattung wie auch am Statement der Polizei nähren muss. Die Polizei geht von einem Unfall aus? Was werden die Folgen dieser Explosion sein? Sind es wieder mal Fake News? Es lautet die Devise: Glaube wenig, Hinterfrage alles, Denke selbst! Noch weitere Fragen dazu?

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