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zu Sprachtests in Kitas
Je früher, desto besser

Autor Michael Gabel
Autor Michael Gabel © Foto: Thomas Koehler/photothek.net
Meinung
Michael Gabel / 12.01.2020, 18:55 Uhr - Aktualisiert 12.01.2020, 19:25
Berlin (NBR) Der Befund ist klar: Ein Fünftel der deutschen 15-Jährigen ist nicht in der Lage, den Sinn dessen zu erfassen, was sie gerade gelesen haben. Das ist ein dramatischer Wert, denn wer will einem jungen Menschen einen Job geben, der nicht in der Lage ist, simpelste Vorschriften oder Warnhinweise – die nun mal oft schriftlich verfasst sind – zu verstehen?

Deshalb kann man Bundesbildungsministerin Anja Karliczek nicht widersprechen, wenn sie sich für Sprachtests bereits im Kindergartenalter ausspricht. Den Kern des Problems trifft die CDU-Politikerin mit ihrer Forderung allerdings nicht. Denn solche Tests gibt es schon fast überall in Deutschland. Sie müssten nur besser wirken.

Wichtig wäre vor allem, dass die Sprachprüfungen zu bundesweit vergleichbaren Ergebnissen führen. Dann wäre klar ersichtlich, in welchen Regionen und Bevölkerungsgruppen die größten Defizite bestehen, und Pädagogen könnten gezielter geeignete Lernmethoden entwickeln. Derzeit verfolgt in der Sprachförderung jedes der 16 Bundesländer seinen eigenen Ansatz: Manche testen sinnvollerweise schon die Dreijährigen, anderen reicht eine Sprachprüfung erst kurz vor der Einschulung. Auch die Wege, wie die Kinder ihren Rückstand aufholen sollen, sind von Land zu Land verschieden: Die einen versuchen das irgendwie im allgemeinen Kita-Betrieb hinzubekommen. Die anderen gründen Fördergruppen, was sicherlich erfolgversprechender ist.

Bei allem Drang, den Kindern zu helfen, darf man aber auch nicht übertreiben: Die Kita-Kinder sollen zwar ruhig etwas lernen, aber auch weiter Spaß am Spielen haben dürfen. Klug konstruierte Tests wissen beides miteinander zu verbinden.

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