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zur Inobhutnahmevon Kindern
Zu spät gehandelt

22.02.2019 Andrea Linne
22.02.2019 Andrea Linne © Foto: Gerd Markert
Meinung
Andrea Linne / 13.01.2020, 19:14 Uhr
Eberswalde (MOZ) Der sechsjährige Dennis verhungerte 2001 vor den Augen seiner Cottbuser Eltern. 2014 starb im Sauerland ein Kleinkind ebenso erbärmlich. Später stand eine Jugendamtsmitarbeiterin vor Gericht.

Die Sensibilität im Umgang mit Problemfamilien ist immer dann besonders groß, wenn konkrete Fälle hervortreten. Wie im Fall des fünfjährigen Mädchens aus dem Landkreis Barnim, das extrem verwahrlost und unterernährt ins Krankenhaus kam.

Dabei hat sich das Jugendamt des Kreises an alle Vorschriften gehalten, hat die Familie stoisch besucht und auf Besserung gedrängt. Beinahe wäre das Warten auf Änderung schief gegangen. Das Land Brandenburg fordert nun Stellungnahmen ein und prüft, ob das Barnimer Jugendamt Pflichten ausreichend erfüllt hat. Die Sicherung des Kindeswohls habe höchste Priorität, heißt es aus dem Bildungsministerium als Rechtsaufsicht der Jugendämter. Es gibt bisher weder Meldevorschriften noch die Verpflichtung, Strafverfolgungsbehörden hinzuzuziehen. Reagieren Eltern nicht auf Termine zu Vorsorgeuntersuchungen, mahnt das Gesundheitsamt.

Das alles reicht offenbar nicht aus, wie der aktuelle Fall zeigt. Viel schneller und konsequenter noch sollten Jugendämter – trotz der gewünschten Vertrauensbasis zu Eltern – einschreiten dürfen. Es geht um das Leben von Kindern – und das geht uns alle an.

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