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zur neuen Lungenkrankheit
Globale Erreger

Hajo Zenker
Hajo Zenker © Foto: Gerd Markert
Meinung
Hajo Zenker / 20.01.2020, 19:34 Uhr - Aktualisiert 20.01.2020, 20:07
Berlin (MOZ) Rund 8000 Infizierte, 800 Tote. Das war die Bilanz der hochansteckenden Lungenkrankheit mit dem Kürzel Sars 2002/2003. Ja, es hat wahrlich tödlichere Seuchen in der Geschichte gegeben. Trotzdem blieb diese Krise vielen in Erinnerung. Nun ist Sars in einer neuen Form  wieder da. Heute wie damals ging das Virus von China aus und erreichte schließlich andere Länder. Nach Deutschland etwa kam er 2003 in einem aus den USA kommenden Flugzeug, in dem sich ein infizierter Arzt aus Singapur befand. Aktuell sind die Fälle auf Asien beschränkt – zumindest noch.

Man muss befürchten, dass es dabei nicht bleibt. China mischt ökonomisch in vielen Teilen der Welt mit und setzt entsprechend auch Personal global ein. Zudem sind die Chinesen längst Reiseweltmeister. Zuhause aber gibt es noch immer Bedingungen, die Ausbruch und Verbreitung solcher Krankheiten erleichtern. Die Volksrepublik besteht eben nicht nur aus hochmodernen Hochhaus-Glitzermetropolen. Teilweise herrschen haarsträubende hygienische Bedingungen. Und ausgerechnet in Sachen Gesundheit funktioniert der Überwachungsstaat offenbar nicht so recht. Noch immer wird gern vertuscht. Bis dann schließlich doch gegen eine Krankheit massiv vorgegangen wird, ist der Erreger schon großräumig im Umlauf.

Weltweit gilt zudem, dass Infektionskrankheiten häufig unterschätzt werden. Dabei ist Vorbeugung mit zum Teil einfachen Mitteln möglich – mit Körperhygiene genauso wie mit Impfungen. Mag sein, dass an Europa, an Deutschland der Sars-Kelch diesmal vorübergeht. Doch für Entwarnung besteht selbst dann kein Grund. Globalisierung bedeutet eben auch Globalisierung für Krankheiten.

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