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zu aktuellen Corona-Regelungen
Widersprüchliche Verbote bringen nichts

31. Januar 2019 Mitarbeiter-Porträt der MOZ - Dietrich Schröder. Foto: Gerrit Freitag
31. Januar 2019 Mitarbeiter-Porträt der MOZ - Dietrich Schröder. Foto: Gerrit Freitag © Foto: Gerrit Freitag
Meinung
Dietrich Schröder / 26.03.2020, 19:12 Uhr
Frankfurt Oder (MOZ) Einerseits bittet die Brandenburger Landesregierung alle Berliner darum, auf Ausflüge ins Nachbarland Brandenburg zu verzichten.

Der Landkreis Ostprignitz-Ruppin geht sogar noch einen Schritt weiter und  will sämtliche touristische Reisen auf seinem Territorium verbieten. (Die Frage ist, wer das eigentlich kontrollieren soll?) Und im Kreis Märkisch-Oderland diskutiert man ernsthaft, ob die Aufenthaltsdaten von Corona-Erkrankten öffentlich gemacht werden sollten.

Andererseits beschließt die gleiche Landesregierung Zahlungen für polnische Pendler, wenn sie jetzt gerade nicht in ihr Heimatland reisen, sondern weiter bei uns arbeiten. Touristische Übernachtungen in Hotels oder auf Campingplätzen sind in Brandenburg verboten, aber die Betten dürfen an Berufstätige – auch Pendler aus Polen – vermietet werden.

Es herrscht eine Situation, die an Absurdität grenzt und in der man  fast nicht mehr weiß, was richtig und falsch ist. Wir müssen deshalb dahin kommen, dass jeder seinen gesunden Menschenverstand einschaltet. Genug Abstand zu anderen zu halten, um das Virus nicht zu übertragen, ist wichtig. Immer neue Verbote zu errichten, die widersprüchlich sind und in Wirklichkeit wenig erreichen, sind es nicht.

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Werner Matzat 28.03.2020 - 12:22:07

Widersprüchliche Verbote: Londoner King‘s College Studie zeigt dramatische Auswirkungen bei Quarantäne für Menschen auf!

Werte Leser, Leserinnen und alle anderen "heimlichen Kommentarverfolger", für alle die es noch nicht wissen sollten, uns stehen womöglich Wochen gar Monate der Einsamkeit bevor oder auch spannungsgeladene, ungewohnte Nähe mit anderen in engen Wohnungen. Wie bedrückend eine längere Phase der Quarantäne sein kann, zeigt eine aktuelle Veröffentlichung in der Fachzeitschrift "Lancet". (können sie selber recherchieren und nachlesen) Ein Forscherteam um Samatha Brooks an der Fakultät für Psychologische Medizin am Londoner King‘s College hat 24 Studien ausgewertet, die sich mit erzwungenen Pausen des öffentlichen Lebens beschäftigen. Sie basieren unter anderem auf Daten, die während der Sars - Epidemie im Jahr 2004 erhoben wurden. Die Menschen zeigten Symptome von Depression, Angst, Wut, Stress, Niedergeschlagenheit, Reizbarkeit, Schlaflosigkeit und emotionaler Erschöpfung. Einige entwickelten sogar Posttraumatische Belastungsstörungen, vor allem wenn sie zehn Tage oder länger in Isolation verbringen müssen. Mangelnde Informationen und eine unzureichende Grundversorgung verschlechterten die psychische Verfassung der untersuchten Personen. Zwei Gruppen erwiesen sich als besonders anfällig. Menschen, die bereits vor der Quarantäne mit psychischen Problemen zu kämpfen hatten, litten nach der Krise in ihrem Alltag überdurchschnittlich häufig und verstärkt unter Ängsten oder Wut. Auch das medizinische Fachpersonal spürte die Folgen einer Quarantäne nachhaltig. Anscheinend ist es für Ärzte und Pfleger besonders schlimm, wenn sie gezwungenermaßen nicht mehr helfen können. Die Forscher empfehlen den Behörden, die Dauer der Quarantäne auf das Nötigste zu beschränken, die Betroffenen bestmöglich zu versorgen und umfassend zu informieren und insbesondere auf psychisch labile Menschen zu achten. Werte Leser, Leserinnen und alle anderen "heimlichen Kommentarverfolger", wie sie sehen können, dass Corona - Virus infiziert die innersten Bereiche unserer Persönlichkeit. Meine Schlussfolgerung ist, diese Studie demaskiert die gesamte westliche Politik im einzelnen und im besonderen die der deutschen Politiker. Wenn die Politik nicht richtig handelt, droht dem Gesundheitssystem, bei der Behandlung dieser Symptome von betroffenen Menschen, die nächste Katastrophe. Nach Lesung dieser Studie bin ich total verzweifelt! Vielleicht sollte ich aber die Frage stellen, wie kommen Sie aus diesem Dilemma raus? Schon jetzt sehe ich viele tickende Zeitbomben die von diesen Symptomen befallen sind. Wieder einmal bestätigt sich der berühmte Satz Bertold Brechts: "Das Gedächtnis der Menschheit für erduldete Leiden ist erstaunlich kurz". Und hoffentlich bewahrheitet sich in Zukunft nicht sein darauf folgender Satz: "Ihre Vorstellungsgabe für kommende Leiden ist fast noch geringer". Noch weitere Fragen dazu? Für die z. Z. soziale Distanzierung, Einsamkeit, Quarantäne und der damit verbundenen obigen Auswirkungen, auf uns Menschen, bedanken sie sich bei ihrer Bundesregierung, Landesregierung und Kommunaloberhäupter. Mögen Sie davon verschont bleiben!

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