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zur Aufstockung des Digitalpaktes
Ist Bayerns W-Lan besser?

Mathias Puddig
Mathias Puddig © Foto: Thomas Koehler
Meinung
Mathias Puddig / 15.05.2020, 19:57 Uhr - Aktualisiert 18.05.2020, 18:29
Berlin (NBR) Im Kleinen ist die Einigung zwischen Bund und Ländern sicherlich ein Erfolg. Insgesamt 550 Millionen Euro werden zusätzlich ausgegeben, damit endlich alle Schülerinnen und Schüler am Online-Unterricht teilnehmen können. Angesichts der komplizierten Verflechtungen im Bildungswesen ist es sogar recht schnell zu diesem Beschluss gekommen, bei dem gleichzeitig auch noch die wirklich miese Idee eines 150-Euro-Zuschusses abgeräumt wurde. Und doch ist nicht alles gut.

Denn im Großen krankt auch diese Einigung am Bildungsföderalismus. Viel zu viele Fragen sind noch offen und müssen jetzt vor Ort geklärt werden. Jedes Land, jeder Schulträger, jede Schule wird am Ende eine individuelle Lösung finden, die mal gut, mal weniger gut ausfällt. Das führt zu einem Wildwuchs unter den Schulen. Und schlimmer noch: Nicht einmal ein Minimalstandard, der in ganz Deutschland gilt, kann herangezogen werden. Am Ende hängt es schlicht vom Zufall ab, wie gut der Unterricht für den einzelnen Schüler ist.

Warum das so ist, lässt sich nicht mehr erklären. Denn während der Bildungsföderalismus bei Fragen wie Ferienzeiten oder Unterrichtsinhalten noch eine gewisse Berechtigung haben mag, ist diese bei Fragen der technischen Ausstattung nicht mehr erkennbar. Ein Tablet ist ein Tablet ist ein Tablet – das ist in Schleswig-Hol-stein nicht anders als in Brandenburg. Auch das W-Lan ist in Bayern nicht besser als in Bremen. Niemand gewinnt, wenn die Länder in Konkurrenz zueinander ihre Schüler mit Endgeräten ausstatten und ihre digitale Infrastruktur ausbauen. Im Gegenteil: Würden sie ihre Kräfte bündeln, ließe sich sicher noch so eines mehr erreichen.

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Piefke Saga 18.05.2020 - 17:24:16

Kann gar nicht sein!

Anbetracht der vielen Aluhut-Träger, die mittlerweile hier herumlaufen, dürfte es nicht einmal mehr Funklöcher geben. Wie auch immer, es stimmt, der 150 Euro-Zuschuss ist/war eine Schnapsidee.

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