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über den Baustart für das Einheitsdenkmal
Wippe der Einheit

André Bochow
André Bochow © Foto: Thomas Koehler/photothek.net
Meinung
André Bochow / 19.05.2020, 19:35 Uhr
Berlin (NBR) Nun wird es also doch errichtet. Das Freiheits-und Einheitsdenkmal in Berlin, welches bei denen, die sich überhaupt noch an das Vorhaben erinnern, häufig als "Einheitswippe" bezeichnet wird. Nach 13 Jahren Debatten über den Standort, die Kosten, die Symbolik, die Gefährlichkeit eines sich bewegenden Denkmals, den Schutz von Fledermäusen und darüber, ob Berlin nicht schon genügend Orte des Gedenkens hat, geht es nun tatsächlich los. Und das ist eine gute Nachricht.

Ob das Denkmal am Ende auf Zuspruch stößt, wird man sehen. Beim Holocaust-Denkmal hat es auch quälende Debatten gegeben, und nun ist es aus der Hauptstadt nicht mehr wegzudenken. Und nach 30 Jahren deutscher Einheit wäre selbst ein verkorkstes Denkmal am falschen Standort besser als gar keines. Denn es gilt den Mut einer Minderheit zu würdigen, die es geschafft hat, ein ganzes Volk davon zu überzeugen, dass es an der Zeit ist, die Freiheit zu wagen. Freiheit und Demokratie – darum geht es auch in diesen Tagen, in denen die Seuche der Diktatur längst EU-Länder erreicht hat und in denen im Namen der Freiheit ihre Feinde auf die Straße gehen. Nein, das ist kein Denkmal zu viel. Es kann daran erinnern, dass Freiheit nur dann sinnvoll ist, wenn die Vernunft hinzukommt. Es war vernünftig, ein politisch und ökonomisch marodes System zu verändern. Es ist nicht vernünftig, Verschwörungsgläubigen hinterherzulaufen.

Und die Einheit? Deren Vollendung wird die Wippe wohl wenig befördern. Sie kann immerhin zeigen, dass die Einheit ständig neu erarbeitet werden muss. Einheit hat etwas mit Balance zu tun. So viel Symbolkraft steckt in dem Denkmal auf jeden Fall.

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