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Hilfen für Studierende: Was soll der Geiz?

Mathias Puddig
Mathias Puddig © Foto: Thomas Koehler/ photothek.net
Meinung
Mathias Puddig / 29.05.2020, 20:09 Uhr - Aktualisiert 29.05.2020, 21:23
Berlin (MOZ) Während viele Milliarden bereitstehen, damit Menschen und Betriebe, die in Not geraten sind, irgendwie über die Runden kommen, fallen viele Studierende durchs Raster: Solange sie eingeschrieben sind, bekommen sie keine Grundsicherung. Wenn sie außerdem nicht Bafög-berechtigt sind, bleibt ihnen bislang nur die Aufnahme eines Kredites. Dass als dritte Säule nun endlich die Überbrückungshilfen dazukommen, wird nur wenigen helfen. Die Hilfen sind zu kleinlich bemessen, der Antragsweg ist geradezu irrwitzig. Zurecht fragen Studierende: Was soll der Geiz?

Denn eine andere Lösung wäre denkbar gewesen. Schon früh haben sich Verbände, Experten, Politiker fast aller Parteien und selbst die Kultusministerkonferenz für eine vorübergehende und unbürokratische Öffnung des Bafög ausgesprochen. Auf diesem Weg hätte bereits kurz nach Semesterbeginn Hunderttausenden Studierenden geholfen werden können. Und die Gegenargumente haben in der Zwischenzeit rasant an Gewicht verloren. Das Argument, dass Veränderungen beim Bafög mehr Zeit gekostet hätten, ist spektakulär widerlegt. Und wieso Veränderungen beim Bafög bürokratischer sein sollen als ein komplett neues Antragsverfahren, hat sich ohnehin nie erschlossen.

Bleibt nur die Furcht vor dem Systemwechsel. Schon seit Amtsantritt sträubt sich Ministerin Karliczek gegen die Idee eines elternunabhängigen Bafögs. In normalen Zeiten hat solch ein politisches Programm seine Berechtigung. Nur sind die Zeiten nicht normal. Auch unter den Bedingungen eine Pandemie daran festzuhalten, ist ein Fehler. Falls die Abbrecherzahlen Corona-bedingt steigen, ist es ein sehr teurer Fehler.

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