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Europa am Wendepunkt

Günther Marx
Günther Marx © Foto: MOZ
Günther Marx / 06.09.2011, 18:17 Uhr
(MOZ) Seit ihren Anfängen hat die EU schon viele Krisen erlebt – die sie alle, mehr oder weniger gut, gemeistert hat. Sie ist darüber zum größten Wirtschaftsraum der Welt geworden. Die Lösungen bestanden zumeist in einem Fortschreiten der politischen und institutionellen Integration, die nachvollzog, was an realer Verflechtung vorausgegangen war.

Der politische Prozess war selten vergnüglich anzusehen. Oft erschöpfte er sich im unendlich mühevollen Austarieren widerstreitender Interessen, ohne dass noch jederzeit das gemeinsame Ziel, die gemeinsame Handlungsgrundlage erkennbar gewesen wäre. Je größer der Klub wurde, desto schwieriger wurde es.

Nun sieht sich die EU durch die Schulden- und Euro-Krise Herausforderungen gegenüber, die den Prozess der fortschreitenden Integration zum ersten Mal in ihrer Geschichte umkehren könnten. Das ist das besondere der augenblicklichen Situation. Scheitert die Krisenlösung, wird es wohl eine Art Rückentwicklung geben, von der niemand weiß, wo der Haltepunkt sein wird und ob am Ende nicht der Zerfall Europas steht.

Es sind europäische Schicksalswochen, die wesentlich von Deutschland als der größten Wirtschaftsnation mitentschieden werden. Ob nun heute in Karlsruhe oder in zwei Wochen im Bundestag – wenn die aufgespannten Rettungsschirme an diesen Stationen scheitern, vielleicht die Bundesregierung darüber zerbricht, ist Europa in Not.

Technisch gesehen, müssten nur die Finanzpakete neu verhandelt werden. Nur: Ist das mit der bekannten Vorgeschichte realistisch? Werden die Halteseile für Griechenland auch nur vorübergehend eingezogen, kippt das Land sofort. Und auch die Spekulation gegen die anderen Wackelkandidaten dürfte umgehend wieder an Fahrt gewinnen.

Bei denen, die jetzt gerne aus dem Euro aussteigen oder Athen hinauswerfen würden – es werden angesichts der Unsicherheiten immer mehr –, herrscht die Vorstellung, es gäbe eine Ende, wenn auch mit Schrecken. Eine Illusion! Denn die dann notwendigen Reparaturarbeiten sähen kaum anders aus als jetzt. Nur dass noch viel mehr Porzellan zerschlagen und vermutlich auch ein allgemeiner Absturz aufzufangen wäre.

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zurzu 07.09.2011 - 13:39:06

krisenlösung

die krisen werden gelöst indem das deutsche volk ausgenommen wird. deutschland muss leiden,dass es anderen völkern besser geht. deutschland ruiniert sich. korrupte und geldgierige politiker verkaufen unser land und deren errungenschaften. unsere kinder bzw enkelkinder werden das alles in den geschichtsbüchern nachlesen können und sich dann die frage stellen,warum so viele deutsche das zugelassen haben

Frankura 07.09.2011 - 09:44:40

Krisen gelöst?

Welche Krise wurde gelöst? Alle Krisen wurden mit neuen höheren Schulden "gelöst". Ist das eine Lösung? Irgenwann kann niemand mehr bürgen und dann ist Schluss mit Lustig.

In der EU ist der Wahnsinn zu Hause 06.09.2011 - 19:05:34

Die Enteignung hat begonnen

Ich hoffe nur, dass wir wehrhaft sind wenn der Krieg in Europa in die heisse Phase geht und der Reset Button gedrückt wird. http://www.welt.de/politik/deutschland/article13588084/Video-enthuellt-verborgene-Ziele-der-Euro-Rettung.html Unbedingt anschauen.

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