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Erfolge und Sorgen mit der Bildung

Dietrich Schröder
Dietrich Schröder © Foto: Steinbeiß
Dietrich Schröder / 13.09.2011, 18:55 Uhr
(MOZ) Es gibt Länder, die investieren mehr in die Bildung ihrer Bürger als Deutschland. Alljährlich beschämt uns die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) mit ihrem Vergleich der 34 größten Industrienationen der Welt. Aber ist die Bundesrepublik wirklich ein Land, in dem die Menschen schlechter qualifiziert sind als anderswo? Und sinken demzufolge unsere Chancen, im weltweiten Wettlauf um neue Technologien künftig bestehen zu können? Es gibt Statistiken, die sprechen eine völlig andere Sprache: Beim Export von Waren etwa gehören wir zu den Spitzenreitern. Gerade wurde auch für diesen Herbst eine neue Rekordzahl von Studierenden verkündet. Und in der jüngsten Vergangenheit waren die Chancen für Schulabgänger, eine Berufsausbildung zu erhalten, selten so gut wie derzeit. Also wo liegt nun die Wahrheit?

Schaut man sich den neuesten OECD-Bericht genauer an, der sich übrigens auf Daten von 2009 bezieht, stellt man fest, dass Deutschland in einigen Bereichen, bei denen es zwischenzeitlich Nachholbedarf gab, inzwischen wieder gut dasteht. Fast 85 Prozent jedes Schülerjahrgangs machen das Abitur oder absolvieren eine qualifizierte Berufsausbildung. Die daraus resultierende Beschäftigungsquote kann sich weltweit sehen lassen. Ein deutsches Spezifikum besteht freilich darin, dass Techniker oder Dienstleister mit soliden Kenntnissen meist schneller einen Job finden und oftmals sogar mehr Geld verdienen, als Akademiker auf geisteswissenschaftlichem Gebiet. Zumindest brauchen letztere meist einige Jahre Anlauf, bis sie ordentlich honorierte Stellen finden.

Ein echtes Problem ist dagegen die Situation im Grundschulbereich. Wer weiß, in welch jämmerlichem Zustand sich viele dieser Einrichtungen befinden, der wundert sich nicht, dass im OECD-Durchschnitt pro Grundschüler jährlich 7200 US-Dollar fließen, in Deutschland dagegen nur 5900. Das liegt an der Finanznot vieler Kreise und Kommunen. Gerade in den ersten Jahren werden aber die Grundlagen gelegt, ob Kinder aus bildungsferneren Schichten den Aufstieg schaffen können. Insofern ist es gut, dass uns die OECD den Spiegel vor die Augen hält. Gerade in Brandenburg, wo ab 2012 wieder an den Schulen und Hochschulen gespart werden soll.

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