Der 1. FC Union Berlin sammelt weiter Punkt für Punkt für den Klassenerhalt. Von der abstiegsbedrohten Arminia aus Bielefeld trennten sich die Köpenicker torlos remis. Hier die Partie im Check.

Die Lage

Im Hinspiel gelang dem Team von Union-Trainer Urs Fischer beim 5:0-Erfolg der bis heute höchste Bundesligasieg der Köpenicker seit dem Aufstieg 2019. Die Köpenicker haben den Klassenerhalt praktisch sicher. Nach drei Spielen ohne Niederlage kann die Elf von Kapitän Christopher Trimmel weiterhin Richtung Europacupplätze blicken. Bielefeld schwebt dagegen in akuter Abstiegsgefahr.

Die Vorgeschichte

Bei Hertha BSC galt er jahrelang als das große Versprechen – auch für die deutsche Nationalelf. Inzwischen ist Arne Maier, nachdem er sich bei der Alten Dame nicht richtig durchgesetzt hat, seit Oktober 2020 an Arminia Bielefeld verliehen. Auch auf der Alm hatte Maier unter Trainer Uwe Neuhaus keine guten Karten, spielte kaum. Unter derWoche ist der Ex-Trainer, nach fünf Spielen ohne Sieg, geschasst wurden und unter Neu-Coach Frank Kramer, der zuvor Nachwuchsleiter bei RB Salzburg war, könnte alles besser werden für Maier. Jedenfalls steht der 22-Jährige ausgerechnet gegen Union Berlin in der Startelf. „Arne hat es gut gemacht im Training, hat viel getan. Das ist eine Belohnung für ihn“, sagte Kramer vor dem Anpfiff.

Die Startelf und Taktik

Bei Union kehrte Stamm-Torwart Andreas Luthe nach überstandenen Knieproblemen für Loris Karius ins Tor zurück. Wegen der Ausfälle der Linksverteidiger Christopher Lenz (muskuläre Probleme) und Niko Gießelmann (Schulterbruch) spielte Julian Ryerson auf der linken Außenbahn. Bülter rückte für Nico Schlotterbeck in die 3-4-1-2-Startelf, in der Joel Pohjanpalo und Max Kruse eine Doppelspitze bildeten, aus der sich der deutsche Ex-Nationalspieler immer wieder zurückfallen ließ.
Bielefelds Frank Kramer greift vor allem im Offensivbereich zu einigen Veränderungen im 4-2-3-1-System. Im Vergleich zum 0:3 in Dortmund unter Vorgänger Neuhaus beginnen neben Maier, der beim 0:5 im Hinspiel zuletzt zum Anpfiff auf dem Feld stand, die beiden Neuzugänge Vlap und Okugawa anstelle von Voglsammer und Doan. Für Okugawa ist es der erste Startelf-Einsatz im Arminia-Trikot.

So lief die Partie

Schlechter hätte die Partie kaum beginnen. Torwart Luthe und Ryerson rasselten mit den Köpfen zusammen und mussten fast acht Minuten behandelt werden. Beide hatten viel Glück und machten weiter – der Norweger mit Kopfverband, der Schlussmann mit Pflaster auf der blutigen Nase. Aber er war sofort klar und rettete gegen Cordova grandios per Fußabwehr (13.). Der Venezolaner war dann der nächste der behandelt werden muss, nachdem Ryerson ihm in den Rücken sprang und auch das Feld nach 28 Minuten verließ. Fußball wurde auch gespielt, war aber nicht gerade Champions-League-verdächtig. Auch Arne Maier fiel kaum auf. Das Beste aus Berliner Sicht war wohl, dass sowohl Luthe als auch Ryerson ohne Fehl und Tadel agierten, in einen Spielrhythmus kamen sie nicht. Rekordverdächtig war nur die Nachspielzeit von zehn Minuten.
Nach der Pause es zunächst etwas flotter auf dem Rasen und Ryerson hatte seinen Turban wieder abgelegt. Gleichwohl war die Torgefahr überschaubar. Eine Flanke des sehr agilen Trimmel und ein von Arminia-Schlussmann Ortega parierte Kopfball von Bülter beziehungsweise etwas später dessen Schuss waren schon das erwähnenswerteste. Sarkastiker würden sagen: Das Spiel hat das gerechte Ergebnis. Der eingewechselte Endo hätte für Union alles ändern können verzog aber knapp (74.) beziehungsweise scheiterte an Ortegas Fuß (81.).

Die Stimmen

„Wir nehmen den Punkt schon gerne mit, aber in der zweiten Hälfte hatten wir gute Möglichkeiten, deshalb bin ich auch ein bisschen enttäuscht“ (Christopher Trimmel, Kapitän Union Berlin)
„Wir pushen uns, so kann es bergauf gehen. Es war ein erster Schritt in die richtige Richtung.“ (Arne Maier, Arminia Bielefeld)

Die Statistik

Arminia Bielefeld - Union Berlin 0:0
Arminia Bielefeld: Ortega - Brunner (79. de Medina), Pieper, Nilsson, Laursen - Maier (79. Hartel), Prietl - Okugawa, Vlap (65. Doan), Cordova (28. Voglsammer) – Klos (79. Schipplock)
Union Berlin: Luthe - M. Friedrich, Knoche, Ryerson - Trimmel, Andrich, Prömel, Bülter – Ingvartsen (62. Endo), M. Kruse (84. Gentner) – Pohjanpalo (62. Musa)
Schiedsrichter: Osmers (Hannover)- Zuschauer: keine

So geht es weiter

Für die Unioner steht am Sonnabend um 15.30 Uhr die Heimaufgabe gegen den 1. FC Köln auf dem Programm, während die Bielefelder bereits am Sonntag um 13.30 Uhr bei Bayer Leverkusen antreten.