Die Rohbauarbeiten kommen gut voran. Die Betonumhüllung des Schaukellers ist fertig. Schon lange vor dem Beginn der Bauarbeiten auf dem Schlossareal hatten die Archäologen der Denkmalpflege die unter dem Platz erhaltenen Reste der Schlosskeller ausgegraben. 820 Quadratmeter historische Bausubstanz. Das neue Gebäude steht auf Stelzen darüber. "Hier kann man später die Baugeschichte des Berliner Schlosses hautnah bestaunen", erklärt Manfred Rettig, Vorstand der Stiftung Berliner Schloss - Humboldtforum, während einer ersten Führung.
Als Teil der Ausstellung zur Ortsgeschichte erzählt der Archäologische Keller Interessantes über die historische Gründung und die Nutzung zum Beispiel als Wachstube des Schlosskommandanten. Ein Blick in die Reste der "Federviehkammer" vermitteln zudem Alltagsgeschichten über das Leben im Herrschaftsbau. "Die historischen Fundamente des Schlosskellers ermöglichen zusammen mit den vor Ort geborgenen Funden einen authentischen Einblick in Geschichte, Nutzung und auch Zerstörung des Schlosses", ist auch Matthias Wemhoff, Direktor des Museums für Vor- und Frühgeschichte, begeistert.
Doch das Konzept der Ausstellungen steht noch nicht fest. Die Stiftung Berliner Schloss - Humboldtforum lädt diesbezüglich Interessierte am 13. November um 19 Uhr in das Audimax der Humboldt-Universität ein. Dort soll über die Ausstellungsgestaltung im Archäologischen Keller, im darüber geplanten Museum zur Geschichte des Ortes und in der Skulpturenhalle am Schlüterhof diskutiert werden.
Doch auch um das Konzept zum Wiederaufbau des Stadtschlosses ist ein neuer Streit entbrannt. Der im damaligen Wettbewerb ausgeschiedene Architekt Stephan Braunfels kritisiert derzeit öffentlich den Sieger-Entwurf des italienischen Architekten Franco Stella. Dieser sieht drei Barockfassaden sowie eine in moderner Architektur vor.